Beispiel: Zentralsterne im Fernglas
Minimalistischer Ansatz: 20x60 Fernglas
Frage: Welche Zentralsterne sind im Fernglas sichtbar?
Info von Jens Bohle
Probleme:
1) Mit einem Bino wird man selten die maximal theoretische Grenzgröße
erreichen die man mit einem gleich großen Teleskop erreichen könnte. Die
Vergrößerung ist da viel zu schwach. Beim 80mm Bino werden maximal 20fach
erreicht, mit einem gleichgroßen Refraktor schon mal 200fach.
2) Die Schwierigkeit ist sicher auch der mangelnde Kontrast Stern/
PN-Körper. Da hat man nur mit hohen Vergrößerungen eine Chance. Eine
Möglichkeit wäre die Sichtung eines Zs ohne den PN, wie im Fall von LoTr 5.
Schlussfolgerung von Jens:
"Erfahrungen habe ich hier nicht, aber ich sehe da wenig Chancen."
---> Es funktionieren nur flächige PNs mit hellen ZS.
Helle Zentralsterne dich sich nicht vom Nebel trennen lassen FALLEN WEG
Bsp:
IC 418 Zs hat 10,17 (PN hat 12´´)
Eskimonebel Zs hat 10.5 mag (PN hat 44´´)
LoTr5
Das Problem des mangelden Kontrastes zwischen zwischen ZS und PN-Körper läßt sich bei LoTr5 am besten umgehen. Der Nebel selbst zählt zu den schwachen Riesen-PNs die in einem Projekt von Jens Bohle bereits näher untersucht wurden. Der Zentralstern steht frei und hat 8,7mag. In den Alpen war eine Sichtung schon im aufgestützten 7x50 möglich.
Vom Nebel selbst war im Fernglas erwartungsgemäß nichts zu sehen.
Der Nebel LoTr5 ist größeren Optiken vorbehalten. Im 20-Zöller von Frank Richardsen war mit OIII eine erfolgreiche Identifizierung möglich.
NGC1514
Ähnlich war es bei dem 9,4mag hellen ZS in NGC1514. Im 7x50 war er grenzwertig zu erahnen. Im 7x35 ist er unsichtbar und mit 20x60 ein einfaches Objekt.
Der ZS ist laut Lubos Kohoutec variabel.
Vom Nebel selbst war im Fernglas erwartungsgemäß nichts zu sehen.
Im 13 Zoll Dobson mit UHC ist NGC1514 dagegen einfach. Es scheint 2 Lobes zu geben. Der Nordwest-Lobe ist etwas heller. Die Südseite ist etwas schwächer.
Abell 35
Etwas schwieriger ist der Zentralstern von Abell 35. Er soll 9,6 mag besitzen. Mit -22 Grad Deklination steht er in Deutschland nur etwa
15 Grad über dem Horizont. Doch in den Alpen war bei Topbedingungen der ZS im 20x60 gut sichtbar.
Sogar der 10,5mag helle Stern 5 Bogenminuten südwestlich konnte noch gut erkannt werden.
NGC1360
Eine besondere Herausforderung ist der Zentralstern in NGC1360. Der PN steht noch einmal ein paar Grad niedriger als Abell35.
Dennoch war im 20x60 schon im direkten Aufblick ein schemenhaftes Scheibchen zu identifizieren. Indirekt sprang der Nebel
sogar deutlich heraus. Auf 6 Uhr und 8 Uhr befanden sich 2 Sterne mit 9.9 und 10.1mag die direkt ständig sichtbar waren.
Der in der Literatur mit 11.1 mag geführte Zentralstern schien indirekt hin und wieder rauszublinzeln.
NGC40
Bei NGC40 sind die Helligkeitsangaben zum Zentralstern in der Litertur nicht eindeutig. Es finden sich Werte zwischen
10,7 und 11,6 mag. Auch dieser PN wird im Katalog von Lubos Kohoutec als variables Objekt geführt. Der Nebel ist
mit 12 mag bei einem Durchmesser von 40 Bogensekunden schon relativ flächenhell. Unter Topbedingungen erwieß
sich NGC40 im 20x60 als anspruchsvolles Fernglasobjekt. Er erschien mal flächig mal stellar. Der Anblick erinnerte
etwas an den Blinking Planetary.