1109-Tata
bedeckt
den 12mag hellen Stern UCAC4-535-045441 und der Mond bedeckt Kappa Gem

Am 27.2.2026 fielen gleich 2 interessante Bedeckungen zusammen. An der
Volkssternwarte München bedeckte der Mond den 3mag Stern
Kappa-Gem und nur 12 min später bedeckte der Kleinplanet 1109
Tata
einen 12 mag Stern.

Die Bahn von Tata ist gut bekannt.
Dennoch lohnte eine Beobachtung, denn bei Tata hat die Raumsonde Gaia
einen
Mond entdeckt dessen Bahn noch unbekannt ist.
Es gab daher einen
Beobachtungsaufruf dem mehrere Amateure gefolgt sind.

Der ca. 64km grosse Asteroid sollte den Stern
maximal 7.7 Sekunden bedecken.
Zur Aufzeichnung wurde eine ASI1600 am 80cm Spiegel der VSW
München verwendet. Der große
Optikdurchmesser erlaubte trotz des schwachen Sterns eine hohe
zeitliche Auflösung von
20fps.
Parallel wurde von Peter Slansky mit
einer Sony7s am 16 Zoll SC der
Sternwarte beobachtet.
Der Kleinplanet bedeckte an unserem
Standort den Stern für 6 Sekunden. Die Position lag am
nördlichen Rand des Schattenpfades. Die Sehne war ca. 50km
lang, was gut zur Prognose passte.



Der Mond wurde nicht gesichtet. Die Wahrscheinlichkeit dafür
lag aber auch nur bei wenigen Prozent,
da der Mond lediglich 10% des Durchmessers des Mutterkörpers
besitzt und ihn in einem Abstand von grob zehn Tata-Durchmessern
umrundet.
Das Profil von Tata mit 8 Sehnen:

Spannender war an diesem Abend die Bedeckung des 3mag Sterns Kappa-Gem
durch den Mond. Da der Stern hell ist,
wurde probiert Beugungserscheinungen an der Mondkante nachzuweisen.
Dazu muss ein enger Wellenlängenbereich betrachtet
werden, weil sich sonst die Interfereznmusster überlagern.
Dies reduziert die Lichtmenge. Zugleich wird eine kurze Belichtungszeit
benötigt, um die Schwingung der Helligkeit überhaupt
zeitlich auflösen zu können. Am 80cm Spiegel der VSW
München wurde ein Optolong-Dualband-Filter mit einer ASI290
verwendet.

Die Kamera lieferte 354 fps. Da es sich
um
eine Farbkamera handelt, war
in Kombination mit dem Dualbandfilter eine parallele Aufzeichnung
in Rot und Grün möglich.
Grün lieferte ein besseres SNR und durch ein gleitendes Mittel
liess sich die Schwingung gut sichtbar
machen.
Für die Photometrie wurde die Software
´Tangra´ verwendet.

Kurz vor dem Verschwinden gibt es im Beugungsmuster eine kleine
Unregelmäßigkeit. Dies kann auf einen engen
Doppelstern hinweisen, der weder visuell noch spektroskopisch
aufgelöst werden kann.

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