Mondimpakte
bei den Lyriden 2026

Im Vorfeld
der Geminiden 2025 gab es einen Aufruf zur Überwachung des
Mondes auf Impakte
( https://lif.mi.imati.cnr.it/open_item_page.php?item_idk=LDB-000000004).
Der Mond sollte in den Tagen um das Maximum als schmale Sichel
günstig am Morgenhimmel stehen. In 4 Messtagen wurden
weltweit etwa 80 Meldungen gesammelt von den 48 als LIF (Lunar Impact
Flashes) eingestuft wurden. Fast die Hälfte der Messungen kam
aus Europa.
Für die Lyriden vom 20. bis 23. April gab es einen weiteren
Aufruf.
Die Lyriden haben nur etwa ein Achtel der Fallraten wie die Geminiden.

Die
Mond-Phase war für die Lyriden etwas ungünstiger
als für die Geminiden und in München war auch nur an
2 Tagen das Wetter gut. Die Blickrichtung zum Mond war zeitweise von
einem Baukran und einem Gebäude verdeckt. Mit 7 Zoll sollte
eine eher kleine Optik für die Messung verwendet werden.
Aus all diesen Faktoren ließ sich grob abschätzen
das man an den 2 Tagen nur mit einer 50:50-Chance auf einen Treffer
hoffen konnte.

Am 7-Zoll Refraktor der VSW München setzte Peter
Slansky einen telezentrischen Projektionsansatz mit einer Blende aus
schwarzem Samt ein, die das Licht der hellen Mondseite abfing. Hier
ein Bericht.
Als Kamera wurde eine Sony7s verwendet die
im Videomodus mit 40.000 ASA betrieben wurde.
Parallel wurde mit einem zweiten Teleskop und einer ASI1600 geschaut um
Fehldetektionen ausschließen zu können.
Mondimpakte zeigen sich auf der dunklen Mondseite nur als kleine
Lichtpunkte im Millisekundenbereich.
Ähnliche Lichtblitze entstehen auf dem Sensor aber auch durch
kosmische Strahlung und radioaktiven Zerfall.
Parallelbeobachtungen sind daher entscheidend um Fehldetektionen
ausschließen zu können.
Bei einer ersten Durchsicht der Daten fanden sich überraschend
gleich 3 Lichtblitze, die an beiden Teleskopen unabhängig
zeitgleich gemessen wurden!
Die Wahrscheinlichkeit das es sich um reale Mondimpakte handelt ist
sehr hoch zumal die Blitze auch noch auf dem Folgebild zu sehen sind.
Lichtblitze durch rotierenden Satellitenschrott sind prinzipiell auch
denkbar, doch bewegen sich diese von Bild zu Bild,
was bei den gemessen Blitzen nicht der Fall ist.
Kandidat 1:


Kandidat 2:


Kandidat 3:


Leider stand ein Zweitteleskop nicht während der kompletten
Zeit zur Verfügung.
In der ersten Durchsicht wurden nur die Datensätze
geprüft, für die eine eigene Doppelbeobachtung
vorlag.
Es besteht eine gute Chance, dass sich in den Restdaten weitere Impakte
finden, die im Rahmen der weltweiten LIF-Kampagne unter
https://lif.mi.imati.cnr.it/home_page.php?status=start
bestätigt werden können.
Die IMO sah für 2026 ein durchschnittliches Lyridenmaximum.
Auf der Erde wurden ZHRs um 15 registriert, was Faktor 3 über
der Grundaktivität der Sporaden liegt.

Da nicht
wirklich mit einem Erfolg gerechnet wurde, war die Freude
groß als sich in den beiden Videos ein erster
passender Lichtblitz zeigte.


Der zweite Treffer wurde mit ungläubigen Staunen registriert.

Die ersten beiden Treffer gab es am 22.4.26 im Oceanus Procellarum
um 19:23:51,200 UT südlich des Kraters Wichmann und um
22:21:45,640 UT 2 Grad südlich des Kraters Maestlin.
Der 3. Treffer lag am 23.04.2026
um 23:20:20,42 UT südlich des Sinus Iridium.- Die 3 Positionen
wurden in eine Karte kopiert.

Mit Celestia wurde ermittelt, dass der Radiant der Lyriden auf dem Mond
nahe
dem Krater Plato im Zenit gelegen hat. Südlich von 30 Grad
südlicher Breite stand der Radiant unter dem Horizont.
Die 3 gemessenen Impakte lagen alle in dem Bereich in dem Lyriden auf
den Mond fallen konnten.
Die Wahrscheinlichkeit das es sich tatsächlich um Lyriden
handelt, liegt etwa bei 2:1.
Die Simulation zeigt den Mond am 22.4.26 mit Wega im Hintergrund. Zur
zentralen Mondposition muss man bei der Länge nur 180 Grad
addieren und bei der Breite das Vorzeichen umdrehen um die
Mondkoordinaten zu ermitteln an denen Wega im Zenit steht.

Auf den Rohbildern sind die Impakte keinesfalls hell. Um sie
besser erkennen zu
können, wurde der Kontrast verstärkt.



Im nächsten Schritt wurde versucht die Helligkeiten der
Impakte zu bestimmen.
In den Videos vor und nach den Impakten zogen einige Feldsterne am Mond
vorbei, die als Maßstab
dienen konnten. Der erste Impakt wurde auf etwa 8,5 mag
geschätzt.

Der zweite Impakt war
mit 8 mag etwas heller.

Der dritte Impakt vom Folgetag erschien in den Videos am hellsten. Doch
dies ist ein Scheineffekt durch die geänderte Optik und die
geänderten Videoeinstellungen.
Die Vergleichssterne deuten auf 8,5mag als realistischen Wert.

Die Helligkeit des zweiten Impakts vom 22.4.26 wurde auch nochmal
aus den Sony-Daten des 7-Zöllers bestimmt.
Hier ist 9 mag ein realistischer Wert. Selbst wenn der Impakt vom 23.4.
etwas heller war, war er wohl nicht heller als 8 mag.
Die 3 Impakte lagen wohl alle im Bereich von 8,8 +- 0,8 mag.



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