Beobachtungsnacht 18./19. Juni 2026

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Zur Sommersonnenwende gibt es in Bayrischen Alpen rechnerisch noch 2 Stunden Dunkelheit. Das ist nicht viel, doch in der Nacht vom 18. auf dem 19.6.26 sollte der Mond noch in der Dämmerung untergehen und am Morgenhimmel machte der Komet 220P/McNaught neugierig.


Der an sich unauffällige Komet erfuhr am 1. Juni 2026 einen Helligkeitsausbruch um sieben Größenklassen oder einen Faktor 600. Mit einer scheinbaren Helligkeit um die 8. Größenklasse war er kurzzeitig ein Fernglas-Objekt, hat danach aber rasch wieder an Helligkeit verloren.

Als erstes Objekt wurde in der Dämmerung der Asterismus Markov-1 angeschaut. An der Ostgrenze des Sternbild Herkules steht das Sternmuster oberhalb des 3,7mag Sternes Xi-Herculis. Markov-1 hat die Form einer Teekanne. Diese Teekanne kann als etwas verzerrtes, kleineres Äquivalent des großen und leicht erkennbaren Teekannen-Musters im Sternbild Schütze betrachtet werden. Das Muster besteht aus gleichhellen Sternen mit 9 mag. Im 8x32 war es kaum zu erkennen im Teleskop bei geringer Vergrößerung kommt das Muster gut raus. Es hat etwa einen halben Monddurchmesser. Einer der Sterne ist ein reizvoller Doppelstern mit 2 gleichhellen Komponenten.


Der regelmäßige Blick zu T-CrB zeigte keine Veränderung.


Das Deepsky-Highlight des Abends war der Kugelsternhaufen NGC6712 mit dem benachbarten Planetarischen Nebel IC1295. NGC6712 erschien im 8-Zöller grieselig konnte aber nicht aufgelöst werden. Er wirkte flächig und wenig konzentriert. Die Nordwest-Seite schien etwas heller zu sein.


Beim Blick auf den POSS sah der PN IC1295 eher schwächlich aus. Doch der Planetarische Nebel war mit UHC unerwartet einfach. Schon bei 75x sah man im 8 Zöller sofort ein leicht ovales Nebelchen, das bis 125x weiter vergrößert werden konnte. Mittig erschien der PN blickweise dunkler und es war ein ungleichmäßiger Ring mit 2 Aufhellungen zu sehen.


Die Aufhellungen wurden zunächst in der Zeichnung als unsicher markiert, ließen sich aber im Nachgang auf dem Seestar-Foto bestätigen


Auf dem Weg zu NGC6712/IC1295 schweifte der Blick über den Offenen Sternhaufen NGC6664. Das Objekt ist länglich im Verhältnis 1:2 und ansonsten unspektakulär. Etwa 10 hellere Sterne sind zu sehen. Sie stehen vor einem leicht aufgehellten Hintergrund.


Der Kugelsternhaufen NGC6366 ist als ´Ophiuchus Ghost Nebular´ bekannt. In der tat ist er leicht zu übersehen. Untypisch für einen GC ist er eher flächenschwach und steht dazu noch unweit eines helleren Sterns. Erst bei genauen Kartenvergleich war die Position zu identifizieren. Einmal gefunden sah man an der passenden Position ein längliches Nebelchen. Einzelsterne waren nicht sichtbar.


In der Nacht vom 18. auf den 19.6.bewegte sich der Kleinplanet 48-Doris durch den Kugelsternhaufen M107. Das Ereignis wurde mit dem Seestar fotografieren. Der Kleinplanet muss genau durch das Zentrum geflogen sein. Etwas unerwartet ist die leicht bläuliche Farbe. Mit 0,07 ist die Albedo aber nicht ungewöhnlich und mit einer Halbachse von 3AE bewegt sich der Kleinplanet noch innerhalb der Eisgrenze.



NGC 7292 ist eine 13mag-Galaxie rechts oberhalb des Pegasus-Quadrats. Im März leuchtete dort die Supernova 2026fov die in ihrer besten Zeit 13,5mag erreichte. Erwartungsgemäß war sie im 8 Zöller nicht mehr zu sehen, aber der Seestar konnte sie noch aufnehmen. Per ASTAP wurde sie mit 15,9 mag gemessen.


Der Komet ging erst in den Morgenstunden auf. Zu Dämmerungsbeginn erreichte er einen Horizont-Abstand von etwa 10 Grad. Seine Position lag etwa 5 Grad oberhalb von Saturn. Das Zielgebiet wurde am leicht aufgehellten Himmel mit dem 8Zoll-Dobson gefunden, doch der Komet war nicht sichtbar. Er war inzwischen auf 13 mag gefallen. Immerhin war ein Seestar-Foto möglich. Zufällig stand auch der Kleinplanet 58-Concordia im Gesichtsfeld.





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