Am vorletzten Tag der Reise sollte der
Krater von Maadna besichtigt
werden.
Er ist auch als Krater von Talemzane bekannt.
Der Durchmesser ist 1,7km . Das Alter ist unbestimmt. Zwischen 203.000
und 3 Mio Jahre.
(Barringer 50.000 und 1,2km)
Der Wüsten-Krater gilt als einer
schönsten und besterhaltenen der Erde.
Straßen dorthin gibt es nicht. Etwa eine Stunde von Laghouat
entfernt
wechselten wir in Hassi Delaa auf einen Geländewagen. Der
Besitzer des Wagens fährt gegen eine Gebühr
regelmäßig Menschen durch die Wüste.
Meine Gastgeber übernahmen die
Kosten und zusammen mit 2 algerischen Sternfreunden
holperten wir 2 Stunden über Stock und Stein bis zum
Kraterrand.
Am Ortsrand war zu sehen, dass es in
Algerien keine geordnete
Müllentsorgung gibt. Die Verhältnisse sind
ähnlich wie in Süditalien, Libyen oder
Ägypten.
Mit zunehmender Entfernung von der Stadt war weniger Müll zu
sehen.
An einigen Stellen reicht das Grün für Schafe und
Ziegen.
Zwei mal sahen wir halbwilde Dromedare.
Man
kann sich den Tieren
bis auf etwa 10m nähern, dann laufen sie weg. Nicht alle Tiere
haben einen Besitzer. Tiere die einen Eigentümer haben, sind
mit einem Brandzeichen gekennzeichnet.
Der Krater liegt in einer weitgehend
flachen
Landschaft.
Im Umfeld gibt es zwar ein paar Hügel, doch die sind
vermutlich im Zusammenhang mit dem Impakt vor 3 Mio Jahren entstanden.
Der Kraterkessel ist vom Kraterrand aus gut zu erkennen.
Bei einem Durchmesser von 1,75 Km ist der Kraterrand nur etwa 75 m
hoch.
Das macht deutlich, wie flach auch die Krater auf dem Mond sein
müssen.
Die Fahrt zur Kratermitte führt über gemischtes
Geröll.
Das Geröll hat keinen Bezug
zum Impakt. Meteoriten gibt
es dort nicht.
Shattercones waren nicht zu sehen, aber auf der Piste sah man aber an
einigen Stellen weißes, rissiges Grundgestein.
Die Risse dürften beim Impakt entstanden sein.
Die Sprünge im Stein sind vermutlich keine Folge der Hitze,
denn an anderen Stellen in der Wüste fanden sich solche Steine
nicht!
In der Kratermitte gibt es nur wenig
Geröll. Flugsand hat sich
hier abgelagert und den Boden eingeebnet.
Im tiefen Kraterboden sammelt
sich etwas Feuchtigkeit und dadurch können
auf dem abgelagerten Flugsand einige Sträucher wachsen.
In der Kratermitte gibt es nur wenige Steine, die aber interessant
aussehen:
Eine Serienaufnahme zeigt im Sand einen deutlichen Oppositionseffekt.
Interessant ist die unterschiedliche Helligkeit des Kraterbodens im
Nord- und Südteil des Kraters. Das ist ein reales
Phänomen und kein Artefakt aus der Aufnahmetechnik!!
Zwei Panoramen entstanden in der
Mitte und am Rand des Kraters.
Die
nächste Station war bei einem
freundlichen Tuareg der
mitten in der Wüste allein in
einer bescheidenen Lehmhütte hauste.
Der Beduine
freute sich
über unseren Besuch
und servierte einen köstlichen Tee der mit Regenwasser gekocht
worden war.
Ich
war froh dies zu hören, denn das Wasser in seinen
Speicherbecken war sehr schmutzig. Es wird lediglich verwendet um die
Kamele zu tränken.
Seine Herde
umfasst ein halbes Dutzend Tiere
vor Ort. Es handelt sich
nur
um Weibchen während die Männchen frei umherziehen.
Kamelhirte ist er bei der geringen Anzahl von Tieren nur
im Nebenerwerb. Hauptberuflich steuert er einen Truck zur Versorgung
der Arbeiter von Erdölbohrungen.
Die
stolze Kameldame war nicht so leicht zu
beeindrucken.
Am Brustbein, an den Ellenbogen sowie an Ferse und Knie besitzen Kamele
dicke Hornschwielen.
Wie
saßen recht lang beisammen.
Dem etwa 60 Jahre alten
Wüstenbewohner
war die über Jahre steigende Zahl von beweglichen Lichtpunkten
in der Nacht aufgefallen.
Das es sich dabei um Satelliten handelt, war ihm allerdings neu. Auch
das die meisten davon inzwischen zur Handykommunikation dienen, wusste
er nicht. -
So habe ich an diesem Tag nicht nur etwas über das Leben in
der Wüste erfahren, sondern
auch der Kamelhirte hatte etwas Neues
gelernt.
Er lud uns ein doch zusammen mit ihm in der Nacht die Sterne
zu
beobachten, doch wir mussten weiter. Generell wäre der
Standort
gut, denn es ist eine der dunkelsten Regionen in Algerien.