Spanien August 2026 - Tag 8 - Bedeckung eines 7 mag Sterns
Vor der Reise nach Spanien wurde per https://cloud.occultwatcher.net/
getestet ob es vielleicht ein paar interessante Sternbedeckungen gibt, die man auf dem Weg ´mitnehmen´
könnte. Da die Sofi-Ausrüstung mit dem
72mm-Refraktor für die Aufzeichnung eingesetzt werden sollte,
kamen nur helle Sternbedeckungen in Frage. Tatsächlich fanden
sich 3 interessante Kandidaten.
Der erste war am frühen Abend nach der
Sonnenfinsternis. Leider gab es technische Probleme und es gelang nicht
in der Dämmerung rechtzeitig den richtigen Stern zu finden.
Die zweite Bedeckung entpuppte sich als Falschmeldung.
Kandidat Nummer 3 war JB66. Der auf etwa 15km Durchmesser
geschätzte Kleinplanet sollte am 18/19.8.26 nördlich
von Leon einen 7mag-Stern bedecken.
Am frühen Abend gab es noch Wolken, doch die sollten sich in
der Nacht auflösen.
Björn Kattentidt hatte 3 Seestars im Gepäck, so das
der Pfad mit insgesamt 4 Stationen abgedeckt werden sollte.
Meine Station lag am westlichen Ende, nahe
der Ortschaft ´Villarrodrigo de Ordás´.
Dort
wurde fast genau auf der Zentrallinie ein passender Hügel
gefunden. Neben zahlreichen Mücken gab es eine exzellente
Aussicht.
Weniger exzellent entwickelte sich das Wetter. Wegen durchziehender
Wolken konnte der Stern erst kurz vor der Bedeckung eingestellt werden.
Der geplante Aufbau des Reisedobsons ist dadurch ausgefallen und das
Ereignis konnte nur am Bildschirm verfolgt werden.
Der Himmel war zum Bedeckungszeitpunkt an der passenden Stelle
frei, doch wenige Minuten vorher war noch unklar ob es klappen
würde. Daher wurde bewusst eine längere
Belichtungszeit
gewählt, um bei leichter Bewölkung noch etwas
Reserven zu haben.
Am Ende passte alles und es
konnte
eine Verfinsterung von etwas weniger als eine Sekunde
aufgezeichnet werden. Das kurze Verschwinden wurde auch live auf dem
Bildschirm gesehen.
Die Auswertung wurde von Björn Kattentidt übernommen.
Das Signal ist eindeutig.
Björn
konnte mit seinen 3 Stationen nur einen Teilerfolg verbuchen. Zwei
Seestars standen unter Wolken.
Die dritte Station war halbwegs frei und sah eine seltsame
Doppelverfinsterung.
Meine Messtation war nur wenige Kilometer entfernt und wenn man die
beiden Messungen übereinander legt ist zu erkennen, dass nur das
zweite Minimum identisch ist. Die leichte Zeit-Differenz ergibt sich
aus der Pfadlage.
Die Natur des ersten Minimums bleibt
unklar. Denkbar wäre, dass es sich um einen Doppelasteroiden
handelt und ich lediglich den Mond gesehen habe. Der Mutterkörper
müsste aber eine Sehne von 30km Länge produzieren.
Die beiden Stationen lagen vertikal auf dem Pfad nur 2 km auseinander.
Um mit nur 2km Differenz eine 30km lange Sehne zu produzieren,
müsste der Mutterkörper extrem elliptisch sein. Das ist wenig
plausibel. Falls der Mutterkörper rund ist, wäre sein
Durchmesser im Bereich von 100km....das ist noch unplausibler.
Das erste Minimum an der Seestar-Station bleibt ein Rätsel, am wahrscheinlichsten ist wohl doch eine Wolke.