Haumea- Farblichtwechsel


gauche.gif

Der Zwergplanet Haumea besitzt einen auffälligen Rotationslichtwechsel der sich teilweise über die Form und teilweise über die Albedo erklären lässt.

Weniger bekannt ist, dass es auch einen Farbwechsel gibt. Eine Seite ist vermutlich durch einen frischen Krater blau gefärbt, während der Rest die für einen Transneptunier typische rote Färbung besitzt.

Die Messung ist schwierig. Messfehler und Rotationslichtwechsel kürzen sich raus wenn man direkt den Rot gegen den Blaukanal misst.

Es wurde überlegt ein Bino mit 2 Filtern, ein zweites Bino zu setzen, das die beiden gefilterten Signale wieder auf einen Chip vereint. Die Konstruktion wurde sehr lang. Der Lichtweg beträgt mehr als 20cm. Am 80cm f/10 Spiegel sind  das allerdings weniger als 3% der Brennweite, so das die Vignettierung noch akzeptabel ist. Gegen das sichtbare Durchhängen der Konstruktion wurde mit Haargummis und Paketband angekämpft.

Bei 8m Brennweite ist das Feld sehr klein. Allerdings kann man Rot gegen Blau direkt messen und braucht keine Vergleichssterne mehr. Die Vorteile sind:

-Es kann eine SW Kamera verwendet werden und Binning ist möglich

-Rotationslichtwechsel kürzen sich durch den direkten Vergleich raus. Es wird kein Vergleichsstern benötigt.

-Keine 2 Kameras. Dadurch kürzen sich Kamerafehler raus und die Messgenauigkeit ist höher

Bei der Messung am 12.5.2018 kam eine ansprechende Kurve heraus. Die Differenz zwischen den Farbsignalen schwankte um 0,2 mag.

Die Farbdifferenz kann sich jedoch auch durch irdische Faktoren ändern. Zu Beginn der Messung stand Haumea noch im Zenit. Am Ende der Messung lag der Horizontabstand unter 40 Grad. Der sinkende Horizontabstand führt zu einer Rötung, ähnlich wie bei der untergehenden Sonne. Daher war es wichtig, auch einen Vergleichsstern zu messen.
Der Vergleichsstern hat einen Trend, der dem Haumeasignal entgegengesetzt ist. Dies spricht dafür, das die Messung real ist.

 

Was kommt nun heraus, wenn man die Kurve des Farblichtwechsels auf den Rotationslichtwechsel kopiert?

Die größte Differenz zwischen Rot und Blau gibt es auf der lichtschwächeren Breitseite. Dies ist plausibel, wenn man bedenkt, dass der Zwergplanet insgesamt eher rötlich ist. Der postulierte helle, junge blaue Krater sorgt für einen Ausgleich zwischen den Farben auf der helleren Breitseite.

Die NASA sah allerdings eher eine dunklen roten Fleck auf einer hellen Oberfläche als einen hellen blauen Fleck auf einer dunklen Oberfläche.

 Auch bei dem Zwerplaneten Ceres gibt es einben helleren weißen Fleck auf einer rötlichen Oberfläche.

Mit einer Rotationsperiode von 9 Stunden ist der helle Fleck auf Ceres mit Amateurmitteln ebenfalls gut zu photometrieren....Futter für den Seestar.

Die kommende Winter-Opposition in den Zwillingen erlaubt die Beobachtung für 15 Stunden pro Nacht!

droite.gif