Merkur
Merkurdetails gelten als eine der großen Herausforderungen für den Planetenbeobachter. Der Planet hat nur einen Sonnenabstand
von weniger als 28 Grad und ist i.d.R nur zwischen 5 und 10 Bogensekunden groß.
Aus Raumsondenaufnahmen wissen wir, dass
seine Oberfläche dem stark verkraterten Süden unseres Mondes ähnelt. Es gibt dort nur wenige markante Strukturen, die Kontraste
sind daher sehr gering.
Das durchaus mit Amateurmitteln Merkurstrukturen erreichbar sind zeigen diese Vergleichausnahmen.
Doch Bilder dieser Qualität sind eine Ausnahme. Sie decken auch immer
nur einen kleinen Teil der
Planetenoberfläche ab. Um eine Komplettkarte zu erstellen wurde
versucht Zeichnungen aus den Bildern
verschiedener Amateure zu kombinieren.
Fotos ähnlicher Zentralmeridiane und die erstellten Zeichnungen
Die Zeichnungen haben nur 4 Graustufen: Dunkel, Mittel, Hell und 'Sehr-Hell'. Insgesamt wurden 24 Merkurbilder zu
13 Zeichnungen zusammengefaßt.
Die aus den Zeichnungen erstellten Karten
Diese Zeichnungen wurden gemittelt. Signifikante Details wurden durch die Mittelung
verstärkt. Weniger prägnante Strukturen in der Darstellung abgeflacht. Um zeichnerische Ungenauigkeiten zu beseitigen,
wurde die gemittelte Karte stark weichgezeichnet und danach im Kontrast angezogen.
Auf dem Merkur gibt es einige isolierte Strukturen die als 'Sehr-Hell' bewertet wurden. Es handelt sich wohl um
große Strahlenkrater ähnlich wie Tycho auf dem Mond. Eine Formation bei ZM=30/-15 ist relativ leicht zu fotografieren.
Weitere befinden sich bei ZM345/-35, ZM=50/-20, ZM=80/+35 und bei ZM=120/+40.
Von Profiseite hat letztere den
Namen Degas/Bronte bekommen.
Es gab je einen Versuch mit den Kartografiefunktionen von Jupos (oben) und mit IRIS (unten)
Die Kartenansichten von Jupos ind IRIS sind um 180 Grad versetzt.
Durch den Umweg über die Zeichnung sind die ZM-Angaben mit einem Fehler von
mind.+-15 Grad belastet. Zudem gab es für das Gebiet von ZM190 bis ZM290 kaum ein brauchbares Foto. Zum Glück
fanden sich im Internet die Arbeiten dreier Profis die Bilder der fehlenden Region veröffentlicht haben. Grade dieses
Gebiet ist besonders interessant, weil es bislang per Raumsonde noch nicht kartografiert worden ist.
Die Profiaufnahmen zeigen auf den ersten Blick wenig Ähnlichkeiten.
Die Aufnahmen haben keinen einheitlichen Kontrastverlauf. Die hellen Gebiete fallen
in eine Lücke. Darum sind sie auch auf der Karte nicht zu sehen.
Einige markante Strukturen wurden identifiziert und zeichnerisch erfaßt.
Nachfolgend ein Vergleich mit und ohne die 'Lückenaufnahmen' aus dem Profilager.
Da es über Zeichnungen und Weichzeichner mehrere Selektionsstufen gibt, sind die überlebenden Strukturen mit hoher
Wahrscheinlichkeit echt und sollten sich auf passend weichgezeichneten und kontrastverstärkten Raumsondenbildern
wiederfinden lassen. Die ESA-Raumsonde Massenger wird in den nächsten Jahren Merkur genauer erforschen und auch
bislang unbekannte Gebiete kartografieren. Ein Vergleich mit erdgebundenen Aufnahmen wird spannend werden.
Rotationsanimation mit IRIS:
Probe an einer 'frischen' Aufnahme von Ralf Gerstheimer die im Modell
noch nicht berücksichtigt wurde:
Vergleich mit Mariner und Messanger:
Noch klarer wird der Vergleich wenn man die Mariner-Bilder etwas unscharf rechnet