Venus



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Daniel Fischer hatte auf seiner Homepage eine Liste der IR-Fenster der Venus veröffentlicht. Sie sind in der Regel für den Amateur unerreichbar. Grenzwertig ist jedoch die Linie bei 1010nm.
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Scan der Profis über die Frequenzen

Die Linie bei 1010nm reicht bis auf den Grund der Venus. Die folgende Grafik aus einer Arbeit von Formisano et.al. zeigt die unterschiedlichen interessanten Spektralbereiche. Das 1010nm-Fenster ist ganz rechts eingezeichnet.
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Der Bereich um 1010nm ist mit der Watec-Kamera noch knapp erreichbar. Allerdings hat sie dort nur noch 3% ihrer Empfindlichkeit. In Kombination mit einem RG1000-Filter wird etwa ein Spektralbereich von 900nm bis 1050 abgedeckt.
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Ein erstes Bild entstand am 14.9.2007. Der IR-Glow war am 80cm Spiegel der VSW-München überraschenderweise schon auf dem Rohbild sichtbar.
Rohbild-Video

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Strukturen sind im ungeschärften Summenbild (hier vom 21.9.) schwach zu erkennen, erhalten aber erst mit der Bearbeitung den nötigen Kontrast.
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Die Kartensegmente vom 14.9. und 16.9. (links) sowie vom 21.9. bis 24.9.07 (rechts) zeigen Strukturen die sich durch Daten aus einer Simulation für Virtis bestätigen lassen. Auffällig ist besonders eine Struktur die an ein liegendes Y erinnert. Links ist das liegende Y noch durch Venus-Wolken verdeckt, die sich in den folgenden Tagen fortbewegt haben.
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Die Struktur des liegenden Y ist Teil eines Hochlandgebietes. Die dunkle Färbung ist auf die geringere Temperatur relativ zu den Ebenen zurückzuführen.
Das die IR-Bilder Rückschlüsse auf Höhenunterschiede erlauben, wurde erstmals durch die beim Galileo-Swingby gewonnen IR-Daten bestätigt. Aufschlussreich ist der Vergleich der Galileo-Temperaturdaten mit den eigenen Aufnahmen
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Das liegende Y ist auch auf den Radardaten von Magellan zu finden.
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Weitere Strukturen einene Monat später:
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Im Februar 2009 öffnete sich erneut für 3 Wochen ein Beobachtungs-Fenster um bei 1010nm auf die Venusoberfläche zu blicken.
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Mit Hilfe von Radarkarten der Sonde Magellan war es möglich die kleeblattförmige Struktur oben rechts als Beta-Regio/Asteria-Regio zu indetifiziert. Die auffälligste Übereinstimmung ist jedoch eine dunkle Rinne die sich von Norden nach Süden durchzieht. Bei -20 Grad Breite gibt es einen helleren Höhenrücken der sich gut wiederfinden läßt:
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Unten gibt es eine Kombikarte mit den Ergebnissen von 2007 und 2009:
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