ATT 2026 und Zeche Zollverein

Das ATT gilt als größte Astromesse Europas. 2026
wurde die Messe diesem Anspruch wieder
voll gerecht.
Es waren alle namhaften Astrofirmen vor Ort und zeigten neue Produkte.
Veranstaltungsort war wieder das Gymnasium Stoppenberg. Der Keller und
2 ´Haupthallen´ waren der Stellplatz der
professionellen Astrohändler.

Daneben gab es noch mehrere Klassenzimmer mit dem traditionellen
Tausch- und Trödeltreff. Hier hatten die Astrovereine ihren
Stand und auch die Star-Wars und Startrek-Freunde hatten eine Fanecke.
Diverse R2-Einheiten dudelten vor sich hin und bei den Trekkies stellte
ein freundlicher Offizier die diversen Phaser vor.



Die VDS-Fachgruppen waren mit mehreren Ständen vertreten.




Ein paar interessante Produktneuheiten waren zu sehen. Hier z.b. eine
kleine Kuppel für Smartscopes die remote betrieben werden kann
zum Preis von 1100 Euro.

Interessant war diese Kombination von 4
RASA-Teleskopen mit denen parallel 4 Kanäle im L-RGB oder mit
Linienfilter aufgenommen werden können.

Ein Highlight waren die 3 Vorträge bei denen der Saal gut
gefüllt war.

Der erste Vortrag über Polarlichter
wurde leider verpasst. Im zweiten Vortrag berichtete Peter Bresseler
über die von ihm neu entdeckten Deepsky-Objekte.
Eine Kurzversion des Vortrags hatte er schon auf BoHeTa gehalten.


Peter Bresseler checkte online-Kataloge nach
verdächtigen Objekten und lichtete sie dann selber ab. Neben
PNs gingen auch Herbig-Haro-Objekte ins Netz.



Detlef Koschny berichtete über die im Rahmen der geplanten
Lumio-Mission gegründete Public-Science-Kampagne zur
Beobachtung von Mondimpakten.



Die Grenzgröße der Lumio-Optik ist nicht
höher als bei erdgebundenen Teleskopen. Durch die permanente
Abdeckung auch auf der Mondrückseite werden aber tausende von
Impaktblitzen erwartet. Mit einem Splitter werden 2 Kameras versorgt,
die parallel aufnehmen um Cosmics ausschließen zu
können. Das Ziel ist über die Mondbebenwellen per
Seismometer das Mondinnere besser zu erforschen.

Die besten Voraussetzungen zur
Beobachtung
von Impakten gibt es bei den Geminiden im Dezember 2026.

Die Theorie zeigt, dass die zusammen mit
Peter Slansky gemessenen
3 Impakte
währen der Lyriden tatsächlich
´Glückstreffer´ gewesen sind. Die Lyriden
lagen kaum über dem ´Rausch-Niveau´ der
Sporaden und in den etwa
6 Stunden Messzeit zu denen Doppelbeobachtungen vorlagen,
hätten wir mit vielleicht einem Treffer mit 8mag
rechnen können.
Der erste selbst gemessene
Impakt
von
2009 hatte eine Helligkeit von
etwa 5,5mag. Die professionelle NELIOTA-Kampagne maß den
hellsten ihrer 187 Einschläge ebenfalls mit dieser Helligkeit,
so dass man für den eigenen Impakt nun
den Kraterdurchmesser auf 5,5m abschätzen kann.

Kuriosa gab es auch. So waren unter einem Mikroskop Brandreste des
Einschlags an der KT-Grenze zu sehen.

Natürlich waren auch Meteorite und
Tektite erhältlich:

3 lebende Astro-Legenden auf einer Bank. VDS-Ehrenmitglied Werner
Celnik zusammen mit VDS-Preisträger Eberhard Bredner und dem
Beobachter von 29 totalen Sonnenfinsternissen Friedhelm Dorst:

Am nächsten Tag wurde die Zeche Zollverein besichtigt. Das
Areal gehört zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen.




Die heute sichtbaren Gebäude wurden in den 20er Jahren
errichtet und prägten den Stil der modernen
Industriearchitektur.


In der Frühzeit wurden auf Zollverein noch Leitern benutzt.

Später gab es eine Förderung mit Loren und zuletzt
gab es nur noch Förderbehälter.



Es werden mehrere Führungen angeboten. Die Zeit reichte jedoch
nur für eine Führung und es lohnt auf jeden Fall
nochmal wiederzukommen!


Der erste freistehende Förderturm und das Netz der
unterirdischen Sohlen.


Das Areal hat mehr zu bieten als man
zunächst vermuten würde.
Das Ruhrlandmuseum beschäftigt sich nicht nur mit Kohle und
Stahl sondern es ist eine Kombination
aus zahlreichen Sammlungen, die von antiker Keramik aus dem mittleren
Osten, über lokale mittelalterliche Geschichte bis zu einer
Mineraliensammlung reicht.












Ein Gibeon-Meteorit aus Namibia.

Das Ruhrlandmuseum ist ein ´Generalmuseum´ im
besten Sinne. Alles vom Ägypter, Griechen und Römer
bis zum Kunsthandwerk und zur Geologie findet ihren Platz.

Es gibt auch Lokalgeschichte. Dortmund hatte wie Münster ein
schönes Gotisches Rathaus von dem allerdings nur Fotos
geblieben sind.


Kurios ist die Lebensgeschichte eines Dortmunder Braumeisters, der es
nach dem Krieg in China zu Ruhm gebracht hat und nach dem ein Bier
benannt wurde.
Zudem gibt es eine Sonderausstellung die sich 2026 mit der Eiszeit
beschäftigte.



Im Hof gab es noch einen Hebekran mit schmeichelhafter Aufschrift....


....Leider ist nicht nur die Namensschreibweise falsch. :-)

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