Andalusien 2025 - Gorafe-Canyon

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Am Montag den 8.12. stand der Canyon von Gorafe auf der Zielliste. Das durch vielfältige Formen und Farben geprägte Gebiet besitzt eine spektakuläre Landschaft, die an den Grand Canyon erinnert. Dazu gibt es noch rund 240 Dolmen aus der Bronzezeit. Die Ansammlung der archäologischen Fundstätten ist die größte in ganz Europa.

Bei der Anfahrt war noch unsicher ob der Canyon im Nebel liegen würde, denn das nördliche Vorland der Berge zeigte eine Nebelfront.


Doch während der Fahrt wurden die Bedingungen immer besser.


Der Canyon lag dann im strahlenden Sonnenschein.




Am besten erkundet man die Wüste von Gorafe vom ´Centro de Interpretación´ am Megalithenpark aus. Das 600 qm große Informationszentrum ist kein Museum sondern eher sowas wie eine geführte Show mit wenigen Originalfunden aber mehreren erklärenden Filmen zu Entstehung, Geologie und steinzeitlichen Geschichte.


Auch die Geschichte der Entdeckung der Megalithanlagen im 19Jh. wird behandelt.




Die heutige Wüste ist eine von Bergen umkreiste Hochebene. In früheren Zeiten lag sie unter dem Meeresspiegel wurde aber durch die Bergketten mehrfach vom Meer abgeschnitten. Das Meer trocknete aus und hinterließ über 6 Mio Jahre eine dicke Sedimentschicht. Nach dem Anheben der Platte durch die Annäherung von Europa und Afrika schnitt sich das kleine Flüsschen Gor durch das Sediment und erschuf in nur 500.000 Jahren den heute sichtbaren Canyon. Der Canyon reicht nicht bis auf das Grundgestein. Er hat erst etwa 2 Mio Jahre der 6 Mio Jahre dicken Sedimentschicht durchschnitten.

In der späten Steinzeit war das Tal fruchtbar und nach Jäger und Sammlern kamen die ersten Ackerbauern. Sie erbauten die 240 Hünengräber die man heute noch sehen kann. Es gab bei den Magalithikern 2 Kulturkreise die sich in Gorafe schnitten. Die Mittelmeerkultur und Kontinentalkultur. Erkenntlich ist dies an den Eingängen der Gräber die bei der Kontinentalkultur oft an der Seite lagen und einen kleinen vorgelagerten Gang bildeten. Die Mittelmeerkultur errichtete größere Anlagen, deren Eingänge meistens auf der Längsachse lagen. Einen vorgelagerten Gang gab es nicht.


Alltagsgegenstände - gestern und heute:


Die meisten der 240 Grabanlagen sind nur unvollständig über die Zeit gekommen. Das liegt vorrangig daran, dass die schützenden Sandhügel in den letzten 5000 Jahren von Wind und Wasser abgetragen wurden und so die Steinblöcke der Erosion ausgesetzt waren. Das die Steine heute frei in der Landschaft stehen, war also von den Erbauern nie vorgesehen! Das die Erdhügel unter Erosion leiden war ihnen aber schon damals bewusst. Sie bauten daher um das Grab noch einen kleineren Schutzring aus Steinen.


Welche der Megalith-Gräber besonders gut erhalten sind und wo man sie finden kann wird im ´Centro de Interpretación´ auf Nachfrage erklärt.



Mit diesem Wissen ausgerüstet begaben wir uns in den Norden des Canyon zu den ´Banos de Alicun´ Dort befinden sich heiße Quellen mit einer Temperatur von etwa 25–28 °C. Das Wasser ist reich an Mineralien. Während es sich abkühlt fallen die Mineralien aus und bilden ein natürliches Aquädukt das mehr als 10m hoch ist und durch die Landschaft mäandert.


Der sich bildende Kalkstein wurde als Travertin abgebaut und vermarktet. Es gibt im Umfeld einige Naturbäder, doch zum Baden war keine Zeit, denn die Dolmen der Umgebung hatten Priorität.


Besonders empfohlen hatte man uns im ´Centro de Interpretación´ die Megalithanlagen 4 und 9. Nummer 4 fanden wir an einem Rundweg, doch Nummer 9 wurde übersehen. Im Umfeld gibt es auch steinzeitliche Petroglyphen. Doch zum Aufsuchen war die Zeit zu knapp.




Weiter ging es zum Süden des Canyon zur Dolmengruppen ´Hoyas del Conquín´.


Der Weg zur oberen Gruppe beginnt direkt an einem kleinen Parkplatz. Nach etwa 50 Höhenmetern für die festes Schuhwerk und ein Stock zu empfehlen sind erreicht man den Dolmen 134.


Relativ eben führt ein kleiner Pfad in Richtung Norden an 3 weiteren schlecht erhaltenen Gräbern vorbei.


Vom Parkplatz aus kann man auch in Richtung Süden einen Pfad hinab steigen. Der Weg ist unkritisch und man kann dort seiner Liste nochmal einige Dolmen hinzufügen. Insgesamt haben wir an dem Tag mehr als ein Dutzend Megalith-Gräber gesehen.


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