Andalusien 2025 - Hoehle von Sorbas und Planetarium von Gergal


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Donnerstag der 11.12. war der letzte Ausflugstag. Danach sollte Nachts durchbeobachtet und tagsüber geschlafen werden. Der Mond ging erst weit nach Mitternacht auf und die heranziehenden Geminiden sollten möglichst schon vor dem Maximum beobachtet werden.
Das erste Highlight des Tages war die Höhle von Sorbas wo wir um 13 Uhr eine Führung bekommen sollten.


Die Dame an der Kasse begrüßte uns gleich auf deutsch. Sie lebt zwar schon seit 20 Jahren in Spanien, war aber in Deutschland geboren und hatte dort studiert. In der Höhle gibt es mehrere Routen. Wir hatten die einfachste Variante gebucht, mussten aber trotzdem bäuchlings durch einige Löcher robben, enge Spalten durchsteigen und niedrige Gänge durchqueren. Kurzum es war ein Abenteuertrip mit Kopfhelm und Kopflampe, ohne den üblichen Komfort großer Schauhöhlen.


Die Höhle ist laut Homepage nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren, Schwangere Frauen, Personen mit Mobilitätseinschränkungen, Personen mit Klaustrophobie, Personen mit Herzproblemen sowie Personen über 120 kg.

Als Gegenleistung für diese Einschränkungen wurde ungewöhnliches geboten. Diese Gegend war vor drei Millionen Jahren vom Wasser des Mittelmeers bedeckt. Bis sich während des Känozoikums die heutigen Kontinente bildeten und sich das Meer aus diesem Gebiet zurückzog entstanden Gipsablagerungen mit einer Mächtigkeit von 120m.



Um Sorbas herum gibt es das größte Gips-Karstgebiet Europas. Allerdings sind in Europa nur 5 Gipskarstgebiete bekannt. Gips ist wie Kalk wasserlöslich, daher bilden sich ähnliche Strukturen.

Die Höhle ist noch heute aktiv. Bei Regen bildet sich ein Sturzbach der die Höhle durchfließt und gefährlich werden kann. Durch mehrere Dolinen können die Wassermassen auch von oben in die Höhle stürzen. Eine der Dolinen ist als Rettungsweg ausgebaut, doch die Passage ist nur zu Beginn des Regens möglich.


Größere Sturzfluten gibt es in der Wüstenlandschaft etwa alle 30 Jahre. Beim letzten Ereignis dieser Art wurde vom Höhlenboden stellenweise ein Meter(!) Material abgetragen. Eingespülte Bäume und Äste hatten sich an einigen Ecken verfangen. Durch die Sturzfluten gibt es nur wenige kümmerliche Tropfsteine.


Auch Fossilien sind selten, wenngleich uns kleinere Versteinerungen präsentiert wurden. Das Highlight sind die Gipskristalle die in der Form von Speerspitzen auskristallisiert sind. Sie glitzern überall an den Wänden.




Ober- unter unterhalb der Gipsplatten gibt es Mergelschichten die noch leichter wasserlöslich sind. In Teilen der Höhle sind die unterspülten etwa halbmeterdicke Gipsplatten von der Decke abgebrochen. Ob dies natürlich erfolgte oder eine Folge von früheren Sprengungen im Umland ist kann heute nicht mehr rekonstruiert werden. Tatsache ist, dass im Umkreis heute noch Gips im großen Maßstab abgebaut wird.


Empfohlen wurde uns der Besuch der Pulpi-Geode (Geoda de Pulpí) die etwa 60km entfernt in einem Bergwerk besichtigt werden kann. Sie ist mit 8 Metern Länge die weltweit größte begehbare Gipsgeode. 

Der kristallisierte Gips ist glasklar, enthält aber viel Wasser. Wenn das Wasser verdampft wird bleibt nur ein weisses Pulver zurück. Dies wurde während der Höhlentour demonstriert und damit man das zu Hause nachvollziehen kann, wurden als Souvenirs ein paar Kristalle verteilt.


Nach der Höhlentour wurden Bürsten verteilt mit denen man sich den Staub von der Kleidung bürsten konnte. Dies war absolut notwendig. Notwendig war auch ein Kaffee im angeschlossenen Restaurant bevor es weiter nach Gergal ging.
 
Der Weg dorthin ging vorbei an Wüstenlandschaften die stark an die USA erinnern. Daher wurden hier die Italo-Western der 60er Jahre gedreht.


Die 
ehemaligen Filmkulissen sind heute Freizeitparks.




In Gergal wurde das dortige Planetarium besucht. Obwohl der Ort nur ein Dorf mit 1200 Einwohnern ist, verfügt er doch über ein erstaunliches astronomisches Bildungs-Zentrum mit einem großen Konferenzsaal und angeschlossenen Planetarium.


 
Der Bau entstand als Infozentrum für das deutsch-spanischen Observatorium auf dem Calar Alto. Wir waren dort um 16 Uhr mit Raúl Martínez Morales (https://planetariodeseron.com/) sowie Eric und Deborah Smith (https://www.turismoastronomico.org/) verabredet.


Nach einem kurzen Rundgang durch das Gebäude besuchten wir das Planetarium, wo uns von Raul eine exzellente Show geboten wurde.


An Anfang berichtete er über die beiden totalen Sonnenfinsternisse von 2026 und 2027. Er simulierte die Sichtbarkeiten in Gergal aber auch für die ringförmige Finsternis im Januar 2028. Gergal liegt am südlichen Rand der Annulitätszone und dürfte dadurch ein günstiger Beobachtungsort sein.


Eine interessante Simulation erfolgte vom Boden des Mondkraters Copernicus. Hier wurde eine Mondfinsternis simuliert bei der die Erde die Sonne abdeckte. Es war zu sehen, wie die Erde über die Zeit ihre Phasen wechselte und rotierte, aber stets an der gleichen Stelle des Himmels fixiert blieb.


Bei der Saturnring-Kantenstellung wurde gezeigt, wie die Monde einen Schatten auf den Ring werfen - von der Erde aus ist das leider nicht zu beobachten.


Im Anschluss versetzte Raul uns in das System von Alpha Centauri. Nahe Sterne wie Sirius oder Wega wegen verändern von hier aus schon merklich ihre Himmelsposition. Die Sonne wird zu einem Stern in der Cassiopeia. Mit weiter steigenden Abstand von der Sonne bekommen Sternbilder wie der Große Wagen oder der Orion ein ungewöhnliches Aussehen. Dies gilt ebenfalls wenn man die Veränderung über die Zeit simuliert. Hier wird die Eigenbewegung der Sterne sichtbar.

Die komplett computergesteuerte Fulldomeprojektion über einen Beamer bietet Optionen, die ein klassischer Planetariumsprojektor niemals leisten kann. Raul kennt alle Tricks und bietet ein Planetariumserlebnis, wie ich es bislang aus Deutschland noch nicht kenne!


Nach dem Planetariumsbesuch wurden wir von Eric und Deborah noch auf einen Kaffee eingeladen. Sie wohnen in Gergal und haben dort ein eigenes Observatorium aufgebaut. Es gibt 2 Rolldachhütten mit einem fotooptimierten 10" Newton und einem C11-Edge-HD. Die Teleskope sind stabil auf einer iOptron Cem70 und einer iOptron Cem120 montiert.




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Vielen Dank an
Raúl Martínez Morales (https://planetariodeseron.com/)
sowie
Eric und Deborah Smith (https://www.turismoastronomico.org/)
für die freundliche Unterstützung!