Andalusien 2025 - Geminiden

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Am 12. auf den 13. wurde wegen des schlechten Wetters nicht beobachtet. Es war zu dem Zeitpunkt auch schon klar, dass wir für die Geminiden einem Wolkenloch hinterherfahren müssen.
In der Nacht vom 13. auf den 14. sollte entlang der Südostküste ein Regengebiet vorbeiziehen. Das logische Ausweichziel lag demnach im Nordwesten. Andalusien ist dicht besiedelt doch nördlich von Cordoba wird es dunkel. Am Zielort kamen wir gegen 23 Uhr an. Der gewählte Platz lag am Ende doch zu nah an einer südlich gelegenen Ortschaft. Nur wenige Kilometer weiter wäre es wohl besser gewesen. Die Cirren zu Beginn der Nacht wurden angeleuchtet und reduzierten die Grenzgröße. Später lösten sich jedoch die Restwolken auf und in Richtung Norden war der Himmel sehr dunkel.
Der zu Beginn noch kräftige Wind flaute ab und man musste aufpassen das die Optiken nicht zutauen.


Die eigenen Ausrüstung bestand aus 2 Fisheye-Objektiven vor einer EOS-M die in Nord und Süd den Himmel nach hellen Feuerkugeln überwachten. Damit wurden 55 hellere Meteore aufgezeichnet.


Zusätzlich wurde eine Sony-7s im Videomodus auf den Radianten nachgeführt. Dort wurde ein 50mm Sony-Gold Objektiv mit f/1.2 eingesetzt. Die High-End-Optik besitzt eine unglaubliche Schärfe und liefert auch bei offener Blende punktförmige Sterne bis zum Rand. Bei 256.000 ASA und 25fps wurden auch schwache Meteore detektiert die mit dem freien Auge nicht sichtbar sind.


Im Live-Video sind Sterne bis etwa 8 mag sichtbar, daher sind die meisten registrierten Schnuppen so schwach, dass sie mit dem Auge nicht sichtbar wären. Zu den schwachen Meteoren hin nimmt der Populationsindex der Strommeteore ab während der Index der Sporaden nicht betroffen ist. Daher nimmt durch die hohe Empfindlichkeit die Anzahl der Sporaden bei den schwachen Meteoren stark zu. Etwa 30% aller aufgezeichneten Schnuppen Sporaden waren sporadisch (!). Sie wurden im Video ausgeschlossen!

Es gab in der Nacht viele Geminiden, die jedoch meist schwach gewesen sind. Im Summenbild ist die Lage des Radianten in der Nähe des Sterns Castor gut sichtbar.


Die Kamera zeigte eine recht konstante Fallrate über die gesamte Nacht.


Die konstante Fallrate deckt sich gut mit den Messungen der IMO 


Unser Beobachtungsintervall war aber recht kurz. Über mehrere Tage gemessen kommt ein spitzes Maximum heraus, das zeitlich in die Aufbauphase kurz vor Mitternacht gefallen ist.


Im Internet fand sich auch eine Quelle zu den Radiomessungen der Meteore. Radio-Messungen werden von kleinen Teilchen dominiert. Die winzigen Teilchen werden von der Sonne anders beeinflusst. Daher gibt es zwischen den Kurven keine Korrelation.
 


Der hellste Geminid, der mit dem 50mm Objektiv aufgezeichnete wurde, fiel um 23:50 UT.
Er erreichte etwa Jupiterhelligkeit mit -2,5 mag.
 



Im Video fällt wieder mal auf, dass es zwischen der Entwicklung eines Persistent Trains und der Helligkeit des Meteors keinen zwingenden Zusammenhang gibt. Schwache Meteore produzieren manchmal einen Persistent Train und helle Meteore nicht.

Die hellste Feuerkugel der Nacht, mit etwa -4mag wurde um 1:11 Uhr im Norden gesichtet. Es gab keine weiteres vergleichbar helles Exemplar. Dieser Geminid verursachte KEINEN Persistent Train.



Was könnte die Ursache des Geminiden-Persistent-Train-Mysteriums sein?
Die denkbaren Erklärungsansätze wurden in der folgenden Grafik durchgespielt.



Zwischendurch wurde auch mit dem Dobson gearbeitet und das Bedienen der Kameras sowie die Dokumentation benötigte auch ihre Zeit. Trotz durchziehender Wolken hat in den 6 Stunden Beobachtungszeit jeder von uns nebenbei über 100 Sternschnuppen gesehen. Systematisch gezählt wurde jedoch nur in 5 Intervallen zu je 10 Stück

Gegen 6 Uhr gab es nochmal einen Peak, der auch von den Kameras gesehen wurde.

Nach 3 Uhr reduzierte der aufgehende Mond etwas die Grenzgröße, ohne das die schmale Sichel besonders störte.
Der Seestar schaute im Videomodus zunächst auf Castor und später auf den Mond um nach Impakten zu suchen
Für die Impakte wurde gegen 2:30 eine Sony abgezogen die bis dahin mit einem Fisheye 124 Geminiden aufzeichnen konnte.


Der Tau nahm in den Morgenstunden immer weiter zu und beim Einpacken war alles klatschnass.



Obwohl wir auf einer abgelegenen Schotterpiste standen gab es am Sonntag morgen beträchtlichen Verkehr und wir beschlossen deswegen den notwendigen Schlaf bei der nahegelegenen Kapelle St. Isidor nachzuholen. Das gelang erstaunlich gut und erst zur Mittagszeit wurde das nasse Zeug nochmal aus dem Wagen geholt und zum trocknen in die Sonne gelegt.


Im Gras waren selsame Bauten von Insekten zu sehen. Leider war dort niemand zu Hause, so das die Bewohner unbekannt blieben.


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