Am 12. auf den 13. wurde wegen des schlechten Wetters nicht beobachtet.
Es war zu dem Zeitpunkt auch schon klar, dass wir für die
Geminiden
einem Wolkenloch
hinterherfahren müssen.
In der Nacht vom 13. auf den 14.
sollte
entlang der Südostküste ein Regengebiet vorbeiziehen.
Das logische Ausweichziel
lag demnach im Nordwesten.
Andalusien ist dicht besiedelt doch nördlich von Cordoba wird
es
dunkel.
Am Zielort kamen wir gegen 23 Uhr an.
Der gewählte Platz lag am Ende doch zu nah an einer
südlich
gelegenen Ortschaft.
Nur wenige Kilometer weiter wäre es wohl besser gewesen.
Die Cirren zu Beginn der Nacht wurden angeleuchtet und reduzierten die
Grenzgröße.
Später lösten sich jedoch die Restwolken auf und in
Richtung
Norden war
der Himmel sehr dunkel.
Der zu Beginn noch kräftige Wind
flaute ab
und man musste aufpassen das die Optiken nicht
zutauen.
Die eigenen Ausrüstung bestand aus 2 Fisheye-Objektiven vor
einer
EOS-M
die in Nord und Süd den Himmel nach hellen Feuerkugeln
überwachten. Damit wurden 55 hellere Meteore aufgezeichnet.
Zusätzlich wurde eine Sony-7s im
Videomodus auf
den Radianten nachgeführt.
Dort wurde ein 50mm Sony-Gold Objektiv mit f/1.2 eingesetzt.
Die High-End-Optik besitzt eine unglaubliche Schärfe und
liefert
auch bei offener Blende
punktförmige Sterne bis zum Rand.
Bei 256.000 ASA und 25fps wurden auch schwache Meteore detektiert die
mit dem freien Auge nicht sichtbar sind.
Im Live-Video sind Sterne bis etwa 8 mag sichtbar, daher sind die
meisten registrierten Schnuppen so
schwach, dass sie mit dem Auge nicht sichtbar wären. Zu den
schwachen Meteoren hin nimmt der Populationsindex
der Strommeteore ab während der Index der Sporaden nicht
betroffen ist. Daher nimmt durch die hohe Empfindlichkeit
die Anzahl der Sporaden bei den schwachen Meteoren stark zu. Etwa 30%
aller aufgezeichneten Schnuppen Sporaden waren sporadisch (!). Sie
wurden im Video ausgeschlossen!
Es gab in der Nacht viele Geminiden, die jedoch meist schwach gewesen
sind. Im Summenbild ist die Lage des Radianten in der Nähe des
Sterns Castor gut sichtbar.
Die Kamera zeigte eine recht konstante Fallrate über die
gesamte Nacht.
Die konstante Fallrate deckt sich gut mit den Messungen der IMO
Unser Beobachtungsintervall war aber recht kurz. Über mehrere Tage
gemessen kommt ein spitzes
Maximum heraus, das zeitlich in die Aufbauphase kurz vor Mitternacht
gefallen ist.
Im Internet fand sich auch eine Quelle zu den Radiomessungen der
Meteore. Radio-Messungen werden von kleinen Teilchen dominiert. Die
winzigen Teilchen werden von der Sonne anders beeinflusst. Daher gibt
es zwischen den Kurven keine Korrelation.
Der hellste Geminid, der mit dem 50mm
Objektiv aufgezeichnete wurde, fiel um 23:50 UT.
Er erreichte etwa Jupiterhelligkeit mit -2,5 mag.
Im Video fällt wieder mal auf, dass es zwischen der
Entwicklung eines Persistent Trains und der Helligkeit des Meteors
keinen
zwingenden Zusammenhang gibt. Schwache Meteore produzieren manchmal
einen
Persistent Train und helle Meteore nicht.
Die hellste Feuerkugel der Nacht, mit
etwa -4mag wurde um 1:11 Uhr im Norden gesichtet. Es gab keine
weiteres vergleichbar helles Exemplar. Dieser Geminid verursachte
KEINEN Persistent Train.
Was könnte die Ursache des
Geminiden-Persistent-Train-Mysteriums sein?
Die denkbaren
Erklärungsansätze
wurden in der folgenden Grafik durchgespielt.
Zwischendurch wurde auch mit dem
Dobson
gearbeitet und das Bedienen
der Kameras sowie die Dokumentation
benötigte auch ihre Zeit.
Trotz durchziehender Wolken hat in den 6 Stunden Beobachtungszeit jeder
von uns nebenbei über 100 Sternschnuppen gesehen.
Systematisch gezählt wurde jedoch nur in 5 Intervallen zu je
10 Stück
Gegen 6 Uhr gab es nochmal einen Peak, der auch von den Kameras gesehen
wurde.
Nach 3 Uhr reduzierte der aufgehende Mond
etwas die
Grenzgröße, ohne das die schmale Sichel besonders
störte.
Der Seestar schaute im Videomodus zunächst auf Castor und
später auf den Mond um nach Impakten zu suchen
Für die Impakte wurde gegen 2:30 eine Sony abgezogen die bis
dahin mit einem Fisheye 124 Geminiden aufzeichnen konnte.
Der Tau nahm in den Morgenstunden immer
weiter zu und beim Einpacken
war alles klatschnass.
Obwohl
wir auf einer abgelegenen Schotterpiste standen gab es am
Sonntag morgen beträchtlichen Verkehr
und wir beschlossen deswegen den notwendigen Schlaf bei der
nahegelegenen
Kapelle St. Isidor nachzuholen.
Das gelang erstaunlich gut und erst zur Mittagszeit wurde das nasse
Zeug nochmal aus dem Wagen geholt
und zum trocknen in die Sonne gelegt.
Im Gras waren selsame Bauten von Insekten zu sehen. Leider war dort
niemand zu Hause, so das die Bewohner unbekannt blieben.