Andalusien 2025 - Kometen und Deepsky

gauche.gif

grossbritannien.gifspanflag.jpg


Mit einem 10 Zoll Dobson sollte auch visuell beobachtet werden. In den ersten Tagen war es klar doch das Beobachtungsfenster vor Mondaufgang war zu kurz. Der erste Versuch war dann am 7.12. Der Mond sollte zwar schon gegen 21 Uhr aufgehen, doch angesichts der unsicheren Wetterlage in den Folgetagen fiel die Entscheidung auch schon diese Nacht mitzunehmen.


In den 2 Stunden nach der Dämmerung wurde einiges gesehen. Als Beobachtungsort wurde ein Platz gewählt den ein spanischer Sternfreund beim letzten Besuch empfohlen hatte. Er liegt auf halben Weg zwischen Bacares und dem Calar Alto auf etwa 1900m Höhe. Von Bacares aus liegt die Fahrzeit bei etwa 20min.
Nach Norden schützt ein flach ansteigender Berg vor dem Wind und nach Süden sieht man in der Ferne den  Hauptkamm mit dem nur 200m höheren Calar Alto.




Der zerbröselnde Komet C/2025/K1 Atlas war als schwacher Nebelstreif nahe dem Sternhaufen NGC659 in der Cassiopeia zu sehen. Bei 39-fach im Übersichtsokular war er trotz Top-Transparenz noch nicht zu identifizieren, doch bei 93-fach wurde er sichtbar und mit 156-fach war er indirekt permanent zu halten. Der schwache Lichtstreifen hatte eine ungleichmäßige Helligkeit. Rechts war er etwas heller aber nicht breiter.

Der Komet war deutlich in Auflösung. Die Fragmentierung der vorherigen Woche hatte ihre Spuren hinterlassen. Die Kombination von NGC659, NGC663 und Kometenrest bot im Seestar ein reizvolles Fotomotiv.

NGC663 gehört mit 7 mag zu den großen Offenen Sternhaufen in der Cassiopeia. Der 1 mag schwächere benachbarte NGC659 ist deutlich unscheinbarer. Neben NGC659 stehen 2 hellere Sterne nah beieinander. Komet, NGC659 und das Sternenpaar bildeten ein sehr flaches Dreieck und standen fast auf einer Linie.

Wenn man den Kometenkopf etwas schärft, kann man die Abtrennung eines Fragmentes erkennen.


2 Tage später fotografierte Oliver Schneider den Kometen und die Trennung ist noch deutlicher zu sehen.


Der Komet wanderte recht schnell. Am Morgen zuvor stand er noch im schwachen Sternhaufen IC166. Parallel zur morgendlichen Merkurbeobachtung wurde bei Mondlicht ein Foto probiert. Unser Beobachtungsort lag an dem Morgen direkt neben der Sendeanlage auf dem Tetica und die Strahlung störte den Seestar so sehr, das unsicher war ob das Smartscope überhaupt Bilder abspeicherte. 



Angesichts der widrigen Umstände kann man mit dem Resultat zufrieden sein.



Am 7.12. wurde auch der Komet C/2025/T1 Atlas eingestellt. Die Aufsuchkarte war eher ungenau, aber dennoch wurde der Komet leicht gefunden. Das kleine Sternbild ´Pfeil´ wies buchstäblich den Weg. Er stand genau in der Verlängerung der Sternenkette.


Der Komet C/2025/T1 Atlas war deutlich eindrucksvoller als sein sich auflösender Bruder C/2025/K1 Atlas. Er war schon im 32mm Übersichtsokular leicht zu erkennen. Bei 93-fach wurde er zu einer runden Kugel mit schwachen Schweif der visuell deutlicher war, als man dies fotografisch vermuten würde.






In der Nacht vom 11. auf den 12. sollte es in den Bergen aufklaren, doch im Vorland Wolken geben. Wir starteten schon gegen 22 Uhr zum mehr als 2000m hohen Tetica. Unser Stammplatz an der ersten Kehre nach der Baumgrenze hatte leider kein stabiles Wetter. Die Wolkengrenze in Richtung Süden endete kurz unter dem Beobachtungsplatz.


Der Wind blies immer wieder den Nebel den Berg hinauf und vor Mondaufgang gab es nur kurzfristige Lücken.


Weiter nördlich wäre in dieser Nacht wohl der Himmel klar gewesen, doch da hätten wir hinter dem Hauptkamm keinen freien Blick auf Merkur gehabt. In den Nebellücken gelang es immerhin doch ein Objekt zu beobachten. Der Pluto-Entdecker Clyde William Tombaugh hat neben dem bekannten Zwergplaneten auch zahlreiche Asteroiden und Deepsky-Objekte gefunden. Einer der hellsten ist der offene Sternhaufen Tom-5 im Sternbild Giraffe. Im Teleskop hatte der Sternhaufen die Form einer Raute deren spitzen durch etwas hellere Sterne definiert wurden. Innerhalb der Raute gab es zahlreiche schwache Sterne die sich zu einem Nebel vermengten.


Es wurde auch noch versucht die Hidden-Galaxy IC342 einzustellen. Sie wurde auch im Übersichtsokular auch kurz gesehen, doch der Nebel verhinderte eine ausreichend genaue Beobachtung.



Ein Hauptziel der Beobachtungen vom 13. auf den 14.12. war der interstellare Komet 3I/ATLAS. Er ist erst das dritte Objekt von außerhalb des Sonnensystems das bisher entdeckt wurde.

Die Bahn des interstellaren Kometen Atlas-I3 durch das Sonnensystem

Visuell sollte der Komet nach der Prognose im November 2025 etwa 10 mag erreichen, doch im November war wegen schlechten Wetters in München keine Beobachtung möglich. Auch in Andalusien gab es nur eine Nacht in der der Mond nicht stören würde und das war ausgerechnet die Geminidennacht vom 13. auf den 14.12.25. Im Umland von Bacares war für diesem Tag die Wetterprognose schlecht und so fuhren wir fast 400km weit aus der Schlechtwetterzone heraus. Andalusien ist dicht besiedelt und lichtverschmutzt. Nur im Westen unweit des Calar Alto und im Norden gibt es dunkle Zielgebiete. Nördlich von Cordoba gibt es ein Gebirge das in dieser Nacht als Wetterscheide diente und so standen wir etwa 60km nördlich der Metropole in einem leidlich dunklen Gebiet nahe dem Städtchen Peñarroya-Pueblonuevo bei der Kapelle ´Ermita de San Isidro Labrador´.
Da es zunächst noch starken Dunst gab, war der Komet etwa 20 Grad über dem Horizont schwer aufzufinden. Auch das Licht von Peñarroya-Pueblonuevo im Süden störte sehr. Im ersten Versuch war der Komet nur schwach bei 156x zu sehen. Etwa 40min später stand das Zielgebiet deutlich höher. Die Wolken waren verschwunden und der Komet war auch schon bei 93x leicht zu erkennen. Der Komet erschien als rundes Bällchen ohne sichtbare Konzentration oder Schweif und dürfte etwa 11 mag gehabt haben.




droite.gif


Hauptseite