Istanbul 2026 - III


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Zum Abschluss des ersten Tages ging es zum „Versunkenen Palast“, eine in den 530er Jahren angelegte, sehr große unterirdische Zisternenanlage.


Die Anlage ist eine der beeindruckendsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Kaiser Justinian ließ die Zisterne als Wasserspeicher für den Großen Palast anlegen. Sie hat ein Fassungsvermögen von ca. 80.000 Kubikmetern Wasser.

Zwölf Reihen von 28, insgesamt also 336 jeweils acht Meter hohen Säulen mit überwiegend korinthischen Spolienkapitellen tragen das Gewölbe. Das Wasser wurde über Aquädukte aus dem Hochland nördlich von Istanbul in die Stadt geleitet.


Zwei Säulen im nordwestlichen Teil der Zisterne stehen auf umgekehrten Medusenhäuptern, die offenbar von einem anderen Standort hierher transferiert wurden. Ihre ursprüngliche Herkunft ist unbekannt.



Früher wurden in der Zisterne Lichtspiele inszeniert und über Lautsprecher klassische Musik gespielt. Von Erdoğan wurde dies zu seiner Zeit als Istanbuler Bürgermeister als ´westlich dekadent´ verboten. Die Zisterne muss regelmäßig leergepumpt werden um begehbar zu bleiben. Das Wasser das überall von der Decke tropft kommt weder vom Niederschlag noch aus den alten Aquädukten, sondern aus defekten Wasserleitungen der heutigen Stadt.

Einige Säulen tragen griechische Inschriften oder zeigen ungewöhnliche Muster.  Die obere Säule könnte vom Forum des Theodosius stammen. Dort wurde am Abend eine ähnliche Säule gesichtet.


Kannelierte Säulen gibt es nicht, was dafür spricht das nicht alle aus einer Zweitverwertung kommen.


Am zweiten Tag wurde das Archäologische Museum besucht. Im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts begann die bestehende Bedeutung, die die europäischen Staaten historischen Artefakten verliehen wurden, allmählich auch vom Osmanischen Reich verstanden. Der osmanische Sultan Abdülaziz wollte einen Museumsbau der mit ähnlichen Anlagen in Wien oder London des 19 Jh. mithalten konnte. Der erste Kurator und Gründer des Museums wurde 1881 berufen.


Das Museum verfügt über eine große Sammlung türkischer, hellenistischer und römischer Artefakte.

Ein Highlight sind die Sarkophage der königlichen Nekropole von Ayaa in Sidon.


Am bekanntesten ist der Alexander Sarkophag an dem sich Farbreste erhalten haben. Das hellenistische Werk zeigt die Schlachten Alexanders des Großen.


Neben dem Alexander Sarkophag gibt es einen älteren Lykischen Sarkophag.


Ein Marmorlöwe aus dem Mausoleum von Mausolus, eines der wenigen Stücke, die in der Türkei verblieben sind.

In der Troja-Ausstellung ist die Grabungsgeschichte gut dokumentiert. Einzelne Funde werden den zahlreichen Schichten zugeordnet.


Aus Lydien kommen die ältesten Münzen der Welt. Sie werden dem sagenhaft reichen König Krösus zugeschrieben.

In der archaischen Zeit vor 500 v.Chr zeigten Keramiken noch keine Figuren sondern geometrische Muster. Die Entwicklung der antiken Keramik ist gut dokumentiert.


Die Schatzkammer zeigt einige Goldfunde.



Eine ähnliche Krone mit Eichenlaub gibt es in der Münchener Antikensammlung.



Per Hop-On/Hop-Off-Buss wurde danach die Stadt besichtigt.


Vorbei ging es vorbei am Dolmabahçe Palast der im Neo-Barock-Stil Mitte des 19. Jh errichtet wurde. Hier verwirklichten die Sultane einen baulichen Anspruch der es mit den barocken Residenzen des Westen aufnehmen konnte. Dabei wurde der klamme Staatshaushalt weiter ruiniert. Der Umzug des Hofes aus dem alten Topkapı-Palast erfolgte unmittelbar nach der Fertigstellung im Jahr 1856.


Zeitgleich entstand als Sommerpalast der Beylerbeyi-Palast. Er kommt zusammen mit der Pammakaristos-Kirche (Fethiye-Museum) auf die Zielliste für den nächsten Besuch.

Reste der römischen Stadmauer sind auch auf der Seeseite sichtbar.


 Ein Aquädukt  aus spätrömischer Zeit.

Ein bekannte Touristenziel ist der große Basar.


Gegenüber gibt es Reste eines Kaiserforums und die Reste der Konstantinsäule sind auch nicht weit entfernt.




Am Abend wurde eine Show mit tanzenden Derwischen besucht.

Am Morgen des letzten Tages gab es noch einen Abstecher zur bedeutendsten Moschee des 16 Jh. Der Baumeister Sinan bezeichnete die Süleymaniye-Moschee als sein ´Gesellenstück´. Sie wurde zwischen den Jahren 1550 und 1557 erbaut.


Zur Moschee gehört eine Krankenhaus eine Islamschule und eine Armenküche. Es soll auch ein Astronomisches Observatorium geben. 


Von der Innenstadt aus ist die Süleymaniye-Moschee nicht zu erkennen und während man auf sie zuläuft bleibt sie unsichtbar. Am Ende ist es fast eine Überraschung vor dem Riesenbau zu stehen der zeitgleich mit dem spanischen Escorial errichtet wurde und sich mit ihm messen kann.


Die Moschee befindet sich in einem Hof von 216 mal 144 Metern, der auch 2 Türben und einen Friedhof umfasst. Die Innendekoration ist verglichen z. B. mit der Hagia Sophia sparsam ausgeführt, sich ganz der Architektur unterordnend. Die kristalline geometrische Struktur des Baus sollte den Betrachter gefangen nehmen, nicht seine Oberflächen.

Die Wandnische Richtung Mekka (Kibla) ist mit erlesenen İznik-Fliesen geschmückt, die Pflanzen und Blumen aus einem paradiesischen Garten zeigen. Dieses Paradiesesthema wird in verstärktem Maße wiederholt im Mausoleum von Süleyman und seiner Frau Roxelane.



Die Türben sind die osmanischen Mausoleen. Hier ruhen Süleyman der Prächtige und seine Lieblingsfrau Roxelane. Die Moschee wurde von Zeitgenossen auch als „zweite Kaaba“ angesehen. Diese Analogien zur Kaaba sind kein Zufall, denn im Mausoleum von Sultan Süleyman wurde über dem Eingang ein originales Stückchen des heiligen schwarzen Meteoriten der Kaaba eingefasst.






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