Spanien August 2026 - Tag 3 - Palencia

Im Schatten eines haushohen Strohballens gelang es nach Sonnenaufgang
noch einige Stunden zu schlafen.

Danach wurde das nahe Palencia besichtigt. Der dortige Dom gehört
zu den eher weniger bekannten Kathedralen in Spanien. Dennoch hat er
einiges zu bieten und wäre in Deutschland eine Sensation.


Ungewöhnlich ist das Portal mit Bischofs-Wappen:

Die als „die schöne Unbekannte“
bezeichnete Kathedrale
von Palencia wurde im 14. Jahrhundert begonnen und im 16. Jahrhundert
fertiggestellt. Ihr Äußeres ist spätgotisch und im
Innern vermischen sich spätgotische, platereske und
Renaissance-Elemente. Man kann gut studieren das die Gotik in Spanien
noch bis etwa 1560 andauerte und einen man manieristischen
Spätstiel entwickelte der oft als ´isabellinisch´
bezeichnet wird und dem englischen Perpendicular-Stil gleicht.


Typisch
sind in beiden Fällen die komplexen Netzgewölbe mit einem
mittigen herabhängenden Zapfen. In Deutschland war zu der Zeit
durch die Reformation der Kirchenausbau schon beendet und bei den
Profanbauten hatte die Renaissance ohnehin bereits eingesetzt.
Die Größe des Baus ist beachtlich. Das Hauptschiff ist 130m
lang und es ist flächenmäßig die drittgrößte
Kirche in Spanien.

Die Krypta zeigt noch Reste aus der Westgoten-Zeit:

Im Museum der Kathedrale ist besonders ein Hl. Sebastian
von El Greco
hervorzuheben. Er ist das bekannteste
Kunstwerk der Stadt und lässt sich als Kopie auf einigen
Häuserwänden wiederfinden.




Die Innenstadt soll einige romanische Wohnhäuser besitzen.
Auffälliger sind allerdings zahlreiche Bauten im Jugendstil
der in Spanien als Modernismo bekannt ist.





Am Weg lag das Clarissenkloster. Ein düsterer Bau. Viel zu sehen
gab es dort nicht.



Am Abend wurde ein gutes Plätzchen für die zweite
Perseidennacht gesucht.
Günstig war eine baumumstandene Wiese nahe der Ortschaft
Villalón de Campos.


Der unscheinbare Ort war früher mal bedeutend.
Davon kündet ein großer gotischer Pranger der wohl nicht auf
dem Marktplatz stehen würde, wenn es dafür damals keinen
Bedarf gegeben hätte.

Haupsehenswürdigkeit ist ein kleines Museum zur
Käseherstellung, das nur per Online-Anfrage geöffnet wird.
Dabei war das lokale Tourismusbüro behilflich.

Im Museum gibt es leider nur Schautafeln auf Spanisch.
Originale Ausstellungstücke gibt es nur wenige.




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