Starnberger See und
Fürstenfeldbruck
Juli 2026

Das Kloster in Fürstenfeldbruck war das Hauskloster
der Wittelsbacher. Es wurde 1263 von Herzog Ludwig II., dem Strengen
gestiftet, als Sühne für die
unrechtmäßige Hinrichtung seiner ersten Frau Maria
von Brabant.

Ein Gemälde im Klostermuseum zeigt das Geschehen. Neben der
Ehefrau hat der Herzog auch das Dienstpersonal umgebracht.
Der Sohn
Ludwigs II. aus dritter Ehe, Kaiser Ludwig der
Bayer, stattete das Kloster mit zahlreichen Privilegien aus. Die
Klosterleitung hatte am 28. September 1322 die Boten von Ludwigs
Habsburger Thronrivalen Friedrich dem Schönen abgefangen,
wodurch das Kloster zum Sieg des Bayern und zur Verhaftung Friedrichs
beigetragen hatte. 1691 fand die Grundsteinlegung der barocken
Klosteranlage statt. 1741 wurde die Kirche geweiht, die weitere
Ausstattung zog sich bis gegen 1780 hin.

Zahlreiche erstrangige Künstler waren an der Ausstattung
beteiligt, so Cosmas Damian Asam, der die Deckenfresken malte
und Egid Quirin Asam der die mittleren Seitenaltäre
fertigte. Von ihm stammt wohl auch der Entwurf zum Hochaltar.
Der Konventbau des Klosters, der gerne als „bayerischer
Escorial“ bezeichnet wird, hatte eine Raumfolge mit
bedeutenden Fresken von Hans Georg Asam und Stuck von Pietro Francesco
Appiani. Der fast 9 m hohe, 12 m breite und 27,5 m lange
Churfürstensaal im Westtrakt wurde 1860 durch Abschlagen der
Deckenfresken und des Deckenstucks beeinträchtigt und durch
Einziehen einer Zwischendecke im Raumgefüge zerstört;
zwischen 2007 und 2010 erfolgte die rekonstruierende Wiederherstellung.
Der Churfürstensaal ist nur mit
Führung zugänglich.
Als erstes
wurde das Klostermuseum besucht.


Ein Modell der Kaiserkrone konnte man aufsetzen und
so das Gewicht der
Original-Krone spüren.


Ein Highlight sind die Reste des spätgotischen Altars dessen
Schöpfer bislang unbekannt ist.



Hinweise geben die ungewöhnliche Malweise der
Füße auf Zehenspitzen und die Idee des verdeckten
Heiligen:


Der Churfürstensaal
zeigt ein Fresko
mit dem Sieg Davids über Goliath. Man beachte den Stein im
Kopf des niedergestreckten Riesen.

Die Türen im Saal sind nicht mehr original, aber vergleichbare
Türen haben sich in einem Nachbarraum erhalten. Die Scagliola
zeigen die guten Verbindungen zu den Künstlern
der Münchener Residenz.


Ein Fresko mit den
7 Musen
Für die Kirche gibt es eine Extra-Führung die jedoch
an unserem Besuchstag ausgefallen ist. Immerhin bekamen wir eine
exklusiven Zugang zur Empore mit Blick in den Kirchenraum

In der Kirche gibt es Schilder die einige der Figuren
erklären. Hier sieht man Jesus am Brunnen der Samariterin:

Aus gotischer Zeit stammt noch eine Madonna mit Weintrauben in der Hand.


Rechts der mordende Herzog als Stifter.
Wenige Tage
später gab es einen
´Kulinarischen
Ausflug´ zum Starnberger See. Bei der Schiffsrundfahrt gab es
neben einem 3-Gänge-Menue, Zithermusik
und einige
Erklärungen zu den vom See aus sichtbaren Schlössern.


Direkt über Starnberg liegt eine Burg, die seit dem
Mittelalter als Nebenresidenz der Wittelsbacher diente.

Von dort aus unternahm die Kurfürsten-Familie
Ausflüge auf einem ´schwimmenden Schloss´,
dessen Bau sich am Staatsschiff von Venedig orientierte.

Die heutigen Wittelsbacher wohnen im Schloss Berg:

Wenige hundert Meter südlich vom Schloss Berg fährt
das Schiff an dem Kreuz vorbei, an dem Ludwig-II tot aufgefunden wurde.
Im Hintergrund gibt es eine Gedenkkapelle für den
Märchenkönig.

Schloss Possenhofen ist als Heimat von Kaiserin Sissi bekannt.

In diesem kleinen Gartenhaus komponierte Johannes Brahms die
Haydn-Variationen:

Eines der schönsten Schlösser gehörte dem
Grafen Pocci. Er komponierte über 600 Operetten und Lieder,
schrieb Balladen, Volksdramen und Almanache, und war als Hausdichter am
1858 eröffneten Münchner Marionettentheater
tätig, für die er 42 Puppenkomödien mit dem
Kasperl Larifari verfasste. Daneben war er Zeichner von über
1400 Karikaturen. 
Kurz vor der Einfahrt in den Hafen sah man über dem See den
Vollmond aufgehen.


´Der Mond´ war auch der Titel
einer Oper von Carl
Orff die wenige Tage später besucht wurde.


Als Requisit wurde der Original-Mond aus der Uraufführung im
Jahre 1939
verwendet.


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