Impakt auf Jupiter 1994

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Den ersten jemals sicher identifizierten Impakt auf einem anderen Himmelsobjekt verdanken wir dem  Kometen Shoemaker-Levy-9 der 1993 entdeckt wurde. Zuvor galten Impakte  als extrem unwahrscheinlich und nicht nachweisbar.

Erschwingliche digitale Kameras für Amateure gab es 1994 noch nicht. Fotografiert wurde mit mechanischen Kameras auf chemischen Film.

Jupiter stand in der Dämmerung nah am Horizont. Trotz dieser ungünstigen Umstände war ein ´Zeitdokument´möglich.



Impakt auf Jupiter 2009

15 Jahre später im Juli 2009 meldete der australische Amateur Anthony Wesley die Entdeckung eines ungewöhnlichen dunklen Flecks auf Jupiter. Die Struktur kam plötzlich aus dem nichts und erinnerte gleich an die Impaktflecken von Shoemaker-Levy-9 einige Jahre zuvor. Ein erstes Foto entstand am 23.7.09. Leider waren die Bedingungen sehr schlecht, grausiges Seeing und ständig durchziehende Wolken. Dennoch ist der Einschlag gut zu erkennen.
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Hier nochmal zum Vergleich die damaligen Bilder von SL-9. Diesmal ist die Impaktstruktur deutlich kleiner:
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Das Seeing war in München am 27.7. recht ordentlich. Es gab stark wechselnde Phasen, doch zwischendurch war es gut. Kurz vor der Morgendämmerung wanderte der Impaktspot durch den Meridian. Er wurde im Infrarot und im Methanband aufgenommen.
 

Woran erkennt man das es ein Impakt ist und keine ´normale´ Atmosphärische Erscheinung?

 
Mit IR-Passfilter ist der Spot ein dunkler Fleck. Im Methanbandfilter mit 12nm HWB ist er ein helles Feature. 

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Die Jupiteratmosphäre ist geschichtet, ähnlich wie bei uns auf der Erde. 

Während auf der Erde die Ozonschicht das UV ´draußen´ hält, behält beim Jupiter die Methanschicht das Infrarot ´drinnen´. 

Jupiter ist bei 890nm dunkel!


 


Interessant ist die Methanbandaufnahme. Wie erwartet, ist der Fleck im Methan hell. - Daraus kann man etwas über die Physik lernen. Die Struktur muß sehr hoch in der Atmosphäre stehen, denn sie liegt deutlich über der Methanschicht. Die weiße Farbe ist nur ein Kontrastphänomen das dadurch entsteht, dass die anderen, tiefer liegenden Jupiterstrukturen so stark gedämpft werden. - Der GRF ist als Hochdruckgebiet ebenfalls als heller Fleck zu sehen. Auch er ragt über den Methandunst hinaus. In der Animation ist die Rotation des Flecks gut zu erkennen. 


In allen 3 Wellenlängenbereichen wurde eine Karte erstellt. Der Spot liegt z.Zt. bei ZMII 220.
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Links: Vergleich zwischen IR und Methan 12nm - Der Fleck ist gut zu erkennen.
Rechts: Vergleich Methan 12nm und Methan 50nm. Mit dem 50nm Filter ist der Fleck unsichtbar.

Nach einigen Tagen ist der Spot nicht mehr rund, sondern leicht länglich und diffus auslaufend. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch bei SL-9 im Jahre 1994. Die längliche Form ist nicht nur perspektivischer Natur. Auch auf den entzerrten Karten erscheint er oval.
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Nachdem 2009 klar wurde das Impakte kein Einzelfall sind,

wurde von Marc Delcroix das DeTeCt-Projekt aufgesetzt  

das systematisch nach Impakten sucht

Es wurden mehrere Impakte gefunden:

Jeder kann mitmachen

Im Mittel sollte es etwa alle 20 Tage einen Impakt geben.....statistisch steht mit bald einer zu .

:-)

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