Reise nach Libyen im Januar 2010


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Fahrt nach Leptis Magna




Leptis Magna war zur Römerzeit die größte Stadt des 3 Städtebundes Tripolitanien. Ursprünglich war es ein karthagische Gründung. Der Name geht zurück auf den Stamm der Lebu von dem auch Libyen seinen Namen ableitet. An Ende des 2 Jahrhunderts wurde der Ort großzügig ausgebaut. Kaiser Septimius Severus wurde in Leptis geboren. Die Stadt hatte zu der Zeit mehr als 100000 Einwohner und war eine der größten Städte des Römischen Reiches. Der Reichtum kam aus dem Handel mit Olivenöl und Getreide aber auch aus dem Karawanenhandel mir Schwarzafrika. Gold, Sklaven, Elfenbein und wilde Tiere für den Circus wurden exportiert. 1911/1912 begannen die Ausgrabungen unter italienischer Leitung. Nur 5% der Stadtfläche wurden bisher ausgegraben. Aufgrund der ungünstigen Winde, die aus der Wüste heiß und trocken und vom Meer feucht und salzig über die Stadt wehen, zersetzen sich die freigelegten Teile der Stadt jedoch, weshalb es Stimmen gegen das weitere Ausgraben gibt. Leptis ist die besterhaltene Großstadt des Römischen Reiches und die bekannteste Sehenswürdigkeit in Libyen. Sie zählt zum Weltkulturerbe der Vereinten Nationen.
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Auf der Fahrt nach Leptis waren einige Pinienwälder zu sehen. Libyen ist nicht nur Wüste. An der Küste herrscht ein Mittelmeerklima. Allerdings waren alle Bäume jung. Man konnte klar die Bemühungen der letzten Jahrzehnte um eine Wiederaufforstung erkennen.


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Leptis bietet aus der Ferne fast einen märchenhaften Anblick


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Gleich am Eingang steht der Triumphbogen des Kaisers Septimius Severus der in Leptis geboren ist. Zu sehen sind korinthische Kapitelle, Uniformen und Adler als Symbol für die Siege des Römischen Reiches.


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Der Bogen ist aus stark zerstörten Resten rekonstruiert worden.


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überall in Leptis bewegt man sich auf original römischen Straßen.

Zu den größten Thermen zählten die Hadrians-Bäder. Vor dem Eingang stehen noch die Sockel der Stifterfiguren.
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Die Wände waren mit Marmor verkleidet. Auch in den Wasserbecken ist noch Marmor zu sehen.


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Das Abwasser der Thermen wurde zum Spülen der Latrinen benutzt. Die Hadrianstherme war so groß, dass sie über mehrere Latrinenanlagen verfügte.


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In den Heisswasserbecken ist noch die Fußbodenheizung zu erkennen, die das Wasser von unten erwärmte.


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Das Schwitzbad war die römische Sauna. Es wurde von außen mit seitlichen öfen befeuert.


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Wie bei einer modernen Freizeittherme hatten auch die Römer ein zusätzliches Außenschwimmbecken


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Zur Therme zählte auch ein Sportplatz (Palaestra).


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Das Nymphaeum war eine große Brunnenanlage die den Wassergeistern gewidmet war. Im Brunnenbecken kann man an der Wand noch die Höhe des früheren Wasserstandes erkennen.


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Während der byzantinischen Zeit wurde eine große Kathedrale gebaut. Die Tore lassen noch das Ausmaß erahnen. Während der Arabereinfälle flüchtete der Klerus nach Rom. Der Titel eines Bischofs von Leptis-Magna wird noch heute vom Papst als Titularbistum vergeben.


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Ein Highlight ist das Forum das noch fast komplett erhalten ist. Es misst etwa 60x100m. Anders als der Eindruck den die meisten Ruinenstädte vermitteln, waren die Foren keine frei stehenden Plätze. Nur in Leptis ist die Ummauerung noch vorhanden.

Die Arkaden des Forums waren mit Medusenköpfen geschmückt.
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Jeder Kopf ist anders!

Direkt am Forum gelegen ist die Basilika des Kaisers Septimius Severus
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An den Säulen sind die Taten des Herkules zu sehen
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Das Erwürgen des NemŽischen Löwen.
Andere Stelen zeigen Weinranken. Entweder ein Bezug auf Dionysos oder auf die spätere Nutzung als christliche Kirche.



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Die spätere Nutzung als christliche Kirche ist u.a. am kreuzförmigen Taufbecken zu erkennen.

Die Inschriften sind in Latein. Das ist nicht selbstverständlich. In Kleinasien (Ephesus) wurde auch in römischer Zeit Griechisch gesprochen und geschrieben.
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Die letzten Buchstaben lauten Septimi(us). Kaiser Septimius Severus wurde in Leptis geboren und war ein großer Förderer der Stadt.


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Seitenschiff der Basilika des Kaisers Septimius Severus


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Auf dem Marktplatz sind 2 runde Kioske erhalten. Der Platz war mit einem Säulenumgang versehen, hinter dem sich die Geschäfte befanden.


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Dieser große Tempel war der Venus-Chalcidicum geweiht


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Das Theater besitzt einige interessante Inschriften. Der untere Satz ist eines der wenigen Dokumente die sich in Punisch erhalten haben, der ursprünglichen Sprache der in Leptis siedelnden Karthager.


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Auf dem Weg zum Hafen einige Fruchtbarkeitsdarstellungen.


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Vom Hafen aus sind es nur wenige Schritte zum Strand, der libyentypisch mit Müll durchsetzt ist.


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Neben dem gut erhaltenen Neuen Forum gibt es auch noch ein Altes Forum das aber stark zerstört ist. Das liegt daran, dass dieser Bereich in der byzantinischen Zeit außerhalb der Stadtmauer gelegen hat. Ein klares Zeichen dafür, das Leptis seine große Zeit im 6. Jahrhundert schon hinter sich hatte.


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Die byzantinische Stadtmauer zeigt stilistisch ähnlichkeiten mit dem Mauerring von Konstantinopel.






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