Kartause
Buxheim

Die Kartäuser waren in früheren Zeiten ein bedeutender Orden
von Einsiedlermönchen. 1084 zog sich der heilige Bruno
enttäuscht von der Welt mit sechs Gefährten in die Chartreuse
zurück, eine einsame Gebirgsgegend bei Grenoble in Frankreich.
Bruno und seine Gefährten bauten sich kleine Eremitagen sowie die
für ein Kloster notwendigen Gemeinschaftsräume und eine
Kirche. Die Kartäuser waren ein reiner Gebetsorden. Trotz der
strengen Lebensweise breitete sich der Orden nach einigen
anfänglichen Schwierigkeiten ab etwa 1200 rasch aus. Im Zuge der
Aufklärung wurde der Nutzen der kontemplativen Kartäuser in
Frage gestellt und viele Kartausen aufgehoben In Deutschland wurden mit
der Säkularisation alle Kartausen beseitigt.
In Buxheim stand die bedeutendste Kartause in Deutschland. Sie war als
einziges Kartäuserkloster reichsunmittelbar und wurde deswegen
auch als Reichskartause bezeichnet.


Die Klostergebäude sind weitestgehend erhalten, weshalb Buxheim
als besterhaltenes Kartäuserkloster Deutschlands gilt.



Zuerst wurde bei der Führung der
Aufbau der Kartause anhand alter Plänen erklärt.


Details im Kreuzgang sind der Brunnen und
die Kerzenhalter mit Rauchabzug. Der Rauchabzug sollte die Fresken vor
Ruß schützen.
Im Kreuzgang und der Kirche gab es mehrere zu sehen.




Das Buxheimer Chorgestühl in der Klosterkirche ist eines der
ausdrucksstärksten Chorgestühle des Barocks.

Das Buxheimer Chorgestühl wurde zwischen 1687 und 1691 von Ignaz
Waibl geschaffen.
Graf Hugo Waldbott von Bassenheim ließ es 1883 in München
versteigern. Als das Gestühl 1886 erneut unter den Hammer kam,
ersteigerte es der Direktor der Bank von England und schenkte es den
Schwestern des St. Saviour’s Hospital im englischen London.


1989 konnte das Chorgestühl durch
den Bezirk Schwaben für 450.000 Pfund Sterling, das entspricht in
etwa einem Preis von 1,05 Millionen Euro, zurückgekauft werden. Es
wurde von 1980 bis 1994 aufwändig restauriert und steht seitdem
wieder an dem ursprünglichen Aufstellungsort in der ehemaligen
Kartause in Buxheim.






Den Zelebrantensitz, auch Priorenstuhl
genannt, fertigte Ignaz Waibl zwischen 1699 und 1700 an. Er wurde nicht
nach England verkauft und steht seit der Entstehungszeit an seinem
Platz.

Auch der Altar blieb unverändert.

Die Mönche leben in um den
großen Kreuzgang herum gebauten kleinen Häuschen mit Garten.
Diese Häuschen bestehen aus vier Räumen: Beim Betreten der
Zelle gelangt der Mönch zunächst in einen Vorraum, der das
Häuschen mit dem Kreuzgang verbindet. Der Hauptraum ist das
Cubiculum mit einem Arbeitstisch, einem Tisch zum Essen, einem kleinen
Oratorium, einem Kleiderschrank, einem Bett und einem Ofen. Die
Mönche schlafen auf einem Strohbett. Traditionell gibt es zum
Waschen nur kaltes Wasser. Auch ein Handwerksraum gehört zum
Häuschen, in dem der Mönch das Holz für seinen Ofen
hackt und seiner Handarbeit nachgeht.






Der bescheidene Komfort der Mönchsklausen endete im Kreuzgang. Die
kleine Annenkapelle
im Kreuzgang zeigt barocke Pracht.

In den Jahren 1738 – 1741 wurde die Kapelle von Dominikus
Zimmermann umgestaltet und stuckiert. Die Fresken (drei göttliche
Tugenden Glaube, Hoffnung und Liebe, Ausmalung der Laterne mit
Engelsglorie und Trinitätssymbol) und das Altarbild stammen von
seinem Bruder Johann Baptist Zimmermann.
In der Ausführung bleiben einige Figuren hinter der Qualität
der Konzeption zurück. Dennoch gilt die Annakapelle als wichtige
Vorarbeit zu Zimmermanns Meisterwerk der Wieskirche.
Signiert hat Zimmermann gern mit dem Symbol einer Spinne.

Zum Abschluss wurde noch die Dorfkirche
besucht.





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