Helgoland 2026 - Astrobeobachtungen


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Ende März ist die optimale Zeit um auf Helgoland zugleich die Kegelrobben und die ersten Zugvögel zu sichten. Es ist noch Vorsaison und die Preise sind noch erträglich.

Diesmal fiel der Besuch mit dem Neumond zusammen und es bestand die Hoffnung auf der Insel einen dunklen Himmel erleben zu können. Es war schon klar das der Leuchtturm stören würde, doch ein gelegentliches Blitzen im Okular sollte bei der visuellen Beobachtung nicht allzusehr stören. Wichtig war nur das der Leuchtturm nicht direkt ins Auge leuchtet.
Das Wetter war bei dem Besuch gut. In der ersten Nachthälfte sollte es aber noch ein paar Cirren geben.


Da die Fähre aus Cuxhaven erst Mittags ankam und die letzte Dünenfähre um 16:30 zurückfährt, war die Zeit für die Düneninsel zu knapp und wir beschlossen die Hauptinsel zu besichtigen. Der Aufzug zum Oberland ist nur bis 21 Uhr in Funktion. Die Idee war über Nacht die Ausrüstung oben einzulagern und morgens ab 7 Uhr wieder abzuholen .


Im Oberland leuchtet der Leuchtturm direkt ins Auge und so wurde nach lichtgeschützten Sweetspots gesucht. Etwa 200m vom Aufzug entfernt gibt es ein verlassenes Gebäude das als Lichtschutz dienen kann, doch sind hier noch Straßenlaternen zu sehen.


Ein guter Punkt ist etwa 1km vom Aufzug entfernt in einer küstenseitigen Vertiefung die vor Wind schützt und einen freien Blick nach Süden bietet.


Noch näher an der ´Langen Anna´ gibt es Bombentrichter deren Wälle vor Licht schützen, doch muss man da schon sehr weit laufen.
Im Pano kann man sich mit dem Mauszeiger bewegen.

Der ´Pinneberg´ ist zwar am höchsten, aber dennoch wenig geeignet.


Am Ende entschieden wir uns gegen das Oberland und versuchten unser Glück im Unterland. Auf der Nordseite gibt es etwa 500m vom Nordhafen entfernt ein paar Büsche durch die man über einen Holzbohlenweg spazieren kann. Das Licht vom Hafen stört noch und weiter westlich auf dem Oberland wäre es wohl besser gewesen, doch wir starteten mit der Beobachtung erst nach Mitternacht und waren für einen Platz in der Nähe dankbar.



Der Lichtkegel des Leuchtturms streifte alle 5 Sekunden einmal durch das Bild.


Beobachtungsnacht auf Helgoland 18/19.3.2026
6.5mm Fisheye, 25s je Bild, EOS-M3

Die Nacht war mäßig feucht an der 0-Grad Grenze. Auf dem Boden bildete sich etwas Reif. Im Gepäck war ein 8 Zoll Reisedobson und ein Seestar. Mit dieser Kombination wurden zum Warmwerden erstmal ein paar Standardobjekte beobachtet. So standen das Leotriplett, M67, M44 und der Ringnebel auf dem Programm.


Das 8x35 Fernglas erreichte in der Krone eine verwirrend hohe Grenzgröße und im Zielgebiet waren einige schwache Sternchen sichtbar, die zuvor selbst in den Alpen nicht gesehen wurden. Die Nacht war gut und die Transparenz im Zenit hervorragend. Erst mit dem Blick des Seestar war klar, dass TCrb weiterhin unauffällig ist.


Etwas anspruchsvoller war NGC3003 im Sternbild ´Kleiner Löwe´. Im Zielgebiet war ein länglicher Nebel ohne Kern zu sehen. Am besten war er bei 77x sichtbar, bei 125x war er schon zu schwach.


Deutlich heller war NGC3344. Er ist ein runder Blop mit 2 nahen Sternen. Das Zentrum der Face-On-Galaxie ist heller aber nicht stellar.


Das Highlight des Abend war das Galaxientrio NGC3995, NGC 3994 und NGC3991 im Sternbild ´Haar der Berenike´. Die Gruppe ist auch als Arp 313 bekannt. Das Trio steht nahe bei einem helleren Stern der beim Aufsuchen hilfreich ist. NGC3995 ist am deutlichsten und steht am nächsten am Stern. NGC 3994 ist kleiner aber ebenfalls flächenhell. Beide Galaxien haben eine gut sichtbare elliptisch Form mit einer deutlichen Orientierung. NGC3991 ist die schwerste Galaxie des Trios. Sie ist am weitesten vom Hilfsstern entfernt und erscheint als kleiner, rechteckiger Balken.


Zum Finale wurde noch der Kugelsternhaufen M3 angeschaut. Er war das Objekt das meinen Co-Beobachter in dieser Nacht am meisten beeindruckte. Nach 3 Stunden Beobachtung waren wir gegen 4 Uhr wieder im Quartier und goennten uns noch einen gemeinsam Umtrunk.




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