Ende März ist die optimale Zeit um auf Helgoland zugleich die
Kegelrobben und die ersten Zugvögel zu sichten. Es ist noch
Vorsaison und die Preise sind noch erträglich.
Diesmal fiel der Besuch mit dem Neumond zusammen und es bestand die
Hoffnung
auf der Insel einen dunklen Himmel erleben zu können.
Es war schon klar das der Leuchtturm stören würde,
doch ein gelegentliches Blitzen
im Okular sollte bei der visuellen Beobachtung nicht allzusehr
stören.
Wichtig war nur das der Leuchtturm nicht direkt ins Auge leuchtet.
Das Wetter war bei dem Besuch gut. In der ersten Nachthälfte
sollte es
aber noch ein paar Cirren geben.
Da die Fähre aus Cuxhaven erst
Mittags ankam und die letzte Dünenfähre um 16:30
zurückfährt, war die Zeit für die
Düneninsel zu
knapp und
wir beschlossen die Hauptinsel zu besichtigen.
Der Aufzug zum Oberland ist nur bis 21 Uhr in Funktion. Die Idee war
über Nacht die Ausrüstung oben einzulagern
und morgens ab 7 Uhr wieder abzuholen .
Im Oberland leuchtet der Leuchtturm
direkt
ins Auge und so wurde nach lichtgeschützten Sweetspots
gesucht.
Etwa 200m vom Aufzug entfernt gibt es ein verlassenes Gebäude
das als Lichtschutz dienen kann, doch
sind hier noch Straßenlaternen zu sehen.
Ein guter Punkt ist etwa 1km vom Aufzug
entfernt in einer küstenseitigen Vertiefung die
vor Wind schützt und einen freien Blick nach Süden
bietet.
Noch näher an der ´Langen Anna´ gibt es
Bombentrichter deren Wälle vor Licht schützen,
doch muss man da schon sehr weit laufen.
Im Pano
kann man sich mit dem Mauszeiger bewegen.
Der ´Pinneberg´ ist zwar am höchsten, aber
dennoch wenig geeignet.
Am Ende entschieden wir uns gegen das Oberland und versuchten unser
Glück im Unterland.
Auf der Nordseite gibt es etwa 500m vom Nordhafen entfernt ein paar
Büsche durch die man über einen Holzbohlenweg
spazieren kann. Das Licht vom Hafen stört noch und weiter
westlich auf dem Oberland wäre es wohl besser gewesen,
doch wir starteten mit der Beobachtung erst nach Mitternacht und waren
für einen Platz in der Nähe dankbar.
Der Lichtkegel des Leuchtturms streifte alle 5 Sekunden einmal durch
das Bild.
Beobachtungsnacht auf Helgoland
18/19.3.2026
6.5mm Fisheye, 25s je Bild, EOS-M3
Die Nacht war mäßig feucht
an der 0-Grad Grenze. Auf
dem Boden bildete sich etwas Reif.
Im Gepäck war ein 8 Zoll Reisedobson und ein Seestar.
Mit dieser Kombination wurden zum Warmwerden erstmal ein paar
Standardobjekte beobachtet.
So standen das Leotriplett, M67, M44 und der Ringnebel auf dem
Programm.
Das 8x35 Fernglas erreichte in der Krone
eine verwirrend hohe
Grenzgröße
und im Zielgebiet waren einige schwache Sternchen sichtbar, die zuvor
selbst in den Alpen nicht gesehen wurden.
Die Nacht war gut und die Transparenz im Zenit hervorragend. Erst mit
dem Blick des Seestar war klar, dass
TCrb weiterhin unauffällig ist.
Etwas anspruchsvoller war NGC3003 im
Sternbild ´Kleiner
Löwe´. Im Zielgebiet war ein länglicher
Nebel ohne Kern zu sehen.
Am besten war er bei 77x sichtbar, bei 125x war er schon zu schwach.
Deutlich heller war NGC3344. Er ist ein
runder Blop mit 2 nahen
Sternen. Das Zentrum der Face-On-Galaxie ist heller aber nicht stellar.
Das Highlight des Abend war das
Galaxientrio NGC3995, NGC 3994 und
NGC3991 im Sternbild ´Haar der Berenike´.
Die Gruppe ist auch als Arp 313 bekannt. Das Trio steht nahe bei einem
helleren Stern der beim Aufsuchen hilfreich ist.
NGC3995 ist am deutlichsten und steht am nächsten am Stern.
NGC 3994 ist kleiner aber ebenfalls flächenhell.
Beide Galaxien haben eine gut sichtbare elliptisch Form mit einer
deutlichen Orientierung. NGC3991 ist die schwerste Galaxie des Trios.
Sie ist am weitesten vom Hilfsstern entfernt und erscheint als kleiner,
rechteckiger Balken.
Zum Finale wurde noch der
Kugelsternhaufen M3 angeschaut. Er war das
Objekt das meinen Co-Beobachter in dieser Nacht am meisten
beeindruckte.
Nach 3 Stunden Beobachtung waren wir gegen 4 Uhr wieder im Quartier
und goennten uns noch einen gemeinsam Umtrunk.